Bazarbai wächst in der Mongolei auf. Für seine
Familie zählen die Traditionen der Ahnen sehr viel mehr als die Verlockungen des modernen Lebens. Nach dem Willen des Vaters soll Bazarbai die Familientradition fortsetzen und mit einem Adler auf die Jagd gehen. Dabei kommt der Junge nicht einmal mit dem abgerichteten Adler des Vaters zurecht. Er beneidet seinen älteren Bruder Khan, der in die Stadt geht, um dort Geld zu verdienen. Bei einem gemeinsamen Besuch mit dem Vater auf einem Adlerfest wittert Bazarbai die Chance, mit Hilfe eines Fotografen in die Stadt zu gelangen.
Bazarbai in Landestracht soll auch ein Adlerjäger werden
© movienet Filmverleih
Als Gegenleistung möchte der Fotograf ein paar Fotos vom Adler machen. Während der Aufnahmen fliegt der Adler davon. Aus Furcht vor dem Zorn des Vaters begibt sich der Junge inmitten einer wilden Gebirgslandschaft auf die Suche nach dem Tier. Der Adler aber lässt sich nicht fangen, verliert jedoch den Jungen nicht aus den Augen. Nach dem Willen des Vaters hat der Adler nun die Aufgabe, Bazarbei auf seiner Reise in die ferne
Hauptstadt zu beschützen. Diesen Schutz hat er dringend nötig, denn nicht nur wilde Tiere bedrohen ihn. Eine Diebesbande nimmt ihn gefangen nur mit Hilfe des Mädchens Inaara gelingt es Bazarbei zu fliehen.
Bazarbai lässt den Adler fliegen
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Mit Inaara durchquert er die Wüste, wo beide fast verdursten. Doch sie finden Freunde unter den Mönchen eines
buddhistischen Klosters. Später schließt sich Bazarbei gegen den Rat Inaaras einem Wanderzirkus an. Dessen Direktor meint es nicht gut mit dem Jungen. Er hat es nur auf den Adler als neue Attraktion abgesehen. Auch hier bleibt am Ende nur die
Flucht. Die Suche nach dem Bruder erweist sich schwieriger als erwartet. Khan führt nicht das unbeschwerte Leben, das Bazarbai sich erträumt hat. Khan muss für sein Geld hart in einer Kohlengrube schuften. Als eine schwere Explosion die Grube verschüttet, kann nur der Adler mit seinem Instinkt Khan noch retten.
Wie ist der Film gemacht?Der Film zeigt viele spannende und gefährliche Situationen, in die Bazarbai und der Adler geraten. Die Zuschauer erleben in eindrucksvollen Bildern die fremdartige und faszinierende
Kultur der Mongolei. Die Landschaftsaufnahmen des mongolischen Hochlands und die überragenden Aufnahmen aus der Perspektive des fliegenden Adlers kommen besonders auf der großen Leinwand im Kino zur Geltung. Die deutsch-
schwedische Produktion unter der Regie des
dänischen Regisseurs René Bo Hansen wurde komplett an Originalschauplätzen in der Mongolei gedreht. In diesem riesigen Land zwischen
China im Süden und
Russland im Norden leben weniger als drei Millionen Menschen. Man findet dort unendlich weite Steppen, aber auch schroffe Hochgebirge wie das Altaj Gebirge mit seiner einzigartigen Tier-
und Pflanzenwelt. In dieser Gegend spielt die Geschichte der abenteuerlichen Reise von Bazarbai.
Der Vater bittet den Adler, auf seinen Sohn aufzupassen
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Das Besondere daran ist: Hauptdarsteller Bazarbai Matei, der bei einem mongolischen Adlerwettbewerb für die Rolle entdeckt wurde, stammt tatsächlich aus dieser Gegend. Der Steinadler im Film war auch ein echter Hausadler. Die Familie ist mit ihm auf die Beize gegangen, so nennt man die schon viele tausend Jahre alte Form der Jagd mit einem Adler. Der Tradition der Jäger entsprechend, wurde der Adler inzwischen für seinen "Lebensabend" in die
Freiheit entlassen. Aber auch weitere Teile von Bazarbais echtem Leben sind mit der im Film erzählten Geschichte identisch. So ist sein Vater bereits in der fünften
Generation Adlerjäger, sein ältester Bruder arbeitet in einer Fabrik in der Stadt. Bazarbai hatte zudem auch Probleme mit seinem Vater und dessen Berufswunsch für den Sohn. Obwohl er durch die Dreharbeiten endlich die Stadt kennen lernte, möchte er aber nun ebenfalls Adlerjäger werden.
Was ist das Besondere an diesem Film?Die erwähnten Aufnahmen mit dem Adler sind etwas ganz Besonderes. Dieser Vogel wirkt majestätisch und war schon zu allen Zeiten mit Legenden verbunden. In einem Film für Kinder hat man bisher kaum etwas so Eindrückliches gesehen. Solche Aufnahmen erfordern viel Zeit und Sorgfalt.
Das Mädchen Inaara verhilft Bazarbai zur Flucht
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Vor allem da sie in einer Gegend entstanden sind, die sehr abgeschieden ist und extreme Witterungsverhältnisse aufweist. Auch in inhaltlicher Hinsicht ist der Film ein Erlebnis. Er zeigt, dass es in allen Kulturen für Kinder nicht einfach ist, erwachsen zu werden. Für Bazarbai ist es mit besonderen Herausforderungen verbunden. In der sehr ländlich geprägten Mongolei mit ihren nahezu unendlich weiten Steppen ist der Kontrast zwischen einem Leben gemäß den Traditionen der Ahnen und Anforderungen des modernen Lebens stark ausgeprägt. Hier fällt es besonders schwer, den eigenen Platz im Leben zu finden. Bazarbai muss dabei sehr viel lernen und das geschieht unter
Bazarbai und der Steinadler sind gute Freunde geworden
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Entbehrungen und Gefahren, die hierzulande kaum vorstellbar sind. Am Anfang ist er noch der aufmüpfige Junge, der vor allem seinen Spaß haben möchte und mit dem Adler nicht zurechtkommt. Am Ende sind beide gute Freunde geworden, die sich gegenseitig respektieren und Verantwortung übernehmen.
Thomas Werner