Regie: Lenard F. Krawinkel, Holger Tappe
Buu, ein so genialer wie ängstlicher Erfinder, und Zino, ein etwas einfältiger und unerschrockener Draufgänger, sind dick befreundet. Die beiden haben in der friedfertigen Fantasy-
Welt von Gaya schon unzählige Abenteuer bestanden und es bei einem waghalsigen Autorennen gerade erst wieder den drei Schnurks Galger, Zeck und Brampf gezeigt, denn die nehmen es mit dem Recht nicht immer so genau. Was Buu und Zino aber bisher nicht wissen: Sie sind wie alle Bewohner von Gaya reine Fantasiefiguren des Serienschöpfers Albert Drollinger und als solche den Menschen aus unzähligen Fernsehfolgen bekannt. Gerade als Drollinger eine Schreibblockade hat und ihm nichts für die nächste Folge einfällt, passiert ohne sein Wissen in Gaya etwas Schreckliches: Über ein Wurmloch entführt der irre Wissenschaftler Professor N. Icely einen magischen Dalamit-
Stein in die Realität,
Die Gaya-Abenteurer auf dem Rücksitz eines für ihre Größe riesig wirkenden Taxis
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um dessen Kraft für einen teuflischen Racheplan zu nutzen. Denn seine eigene Fernsehserie wurde zugunsten Drollingers Fantasy-
Serie abgesetzt, die auf viel höhere Einschaltquoten kam. Ohne den
Energie spendenden Kristall ist Gaya dem Untergang geweiht. Um den Dalamit zurückzuholen, lassen sich die drei Schnurks, Buu und Zino und schließlich auch die aufmüpfige Bürgermeistertochter Alanta ebenfalls durch das Wurmloch katapultieren. Unsanft landen sie an unterschiedlichen Orten in unserer Welt und müssen sich in der fremden Umgebung zunächst unabhängig voneinander durchschlagen. Da sie nur etwa 30 cm groß sind, ist diese Welt der Giganten für sie besonders gefährlich. Über das Fernsehen erfahren sie ihre wahre Herkunft. In der Hoffnung, Drollinger könne ihnen vielleicht bei der Rückkehr nach Gaya helfen, schließen sie sich zusammen und machen sich auf die Suche nach ihm. Da Galger mittlerweile den Dalamit in seinen Besitz gebracht hat, ist ihnen Professor Icely dicht auf den Fersen.
Schnurk Galger zeigt den wertvollen Dalamit im Netz
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Wie ist der Film gemacht?
"Back to Gaya" ist der erste komplett im Computer animierte CGI-
Film (CGI = computer animated images) aus
Deutschland. Solche Produktionen sind nur mit großem technischen Aufwand zu realisieren und Hollywood hat mit seinen Filmen hohe Standards gesetzt. Ein derartiger Schauwert kostet viel Geld. Zur Bereitstellung der Mittel haben sich daher 14 Finanzierungspartner aus ganz
Europa beteiligt. Besonders schwer war es, die Gesichter und die Haut der Figuren zu erzeugen, zumal auch die Bewohner von Gaya bis auf ihre tierischen Ohren ein menschenähnliches Aussehen haben. Damit die Bewegungsabläufe der Figuren natürlich wirken, spielten reale Schauspieler diese Bewegungen zunächst vor. An ihren Körpern waren Sensoren, das so gewonnene Datenmaterial wurde dann im Computer weiter verarbeitet. Nicht minder wichtig für die Glaubwürdigkeit der Figuren sind ihre Stimmen. Hier wurde Buu von Michael Herbig synchronisiert, dem Regisseur von "Der Schuh des Manitu", Alanta von Vanessa Petruo ("No Angels") und der
Bürgermeister von Wolfgang Völz, dessen Stimme vielen Kindern bereits durch "Käpt’n Blaubär" bekannt sein dürfte.
Mit stolz geschwellter Brust kehrt das Team nach Gaya zurück
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So wie "Shrek" ungeniert die klassische Märchenwelt "plündert" und trotzdem einen eigenen Charme versprüht, greift "Gaya"
souverän zahlreiche Motive aus anderen erfolgreichen Abenteuer-
, Action-
, Fantasy-
und Animationsfilmen auf, von "Aladin" über "Lara Croft" bis zu "Stargate". Nicht alle dieser Filmvorbilder sind auch für Kinder geeignet, aber ein allgemeines Wissen darüber darf allein schon durch Trailer, Spiele und Anzeigenwerbung vorausgesetzt werden. Nicht zuletzt ist "Gaya" ein sehenswerter Film für die ganze
Familie, an dem die Jüngeren auch dann Gefallen finden dürften, wenn sie die unzähligen Filmzitate nicht einordnen können. Ohnehin sind diese harmonisch in die Handlung integriert worden, der Film wirkt aus einem Guss mit einer eigenen Geschichte. Formal sind Genrevorbilder ebenfalls unverkennbar: "Gaya" ist schnell geschnitten, temporeich, weist viele Kamerafahrten auf und steckt voller Überraschungen. Typische Stilmittel des Actionfilms finden sich beispielsweise im rasanten Autorennen und hier reichen die Vorbilder von "Ben Hur" bis "
Krieg der Sterne".
Was ist das Besondere an diesem Film?
Im Spaßfaktor und in seiner technischen Brillanz kann "Back to Gaya" mühelos mit den neuesten einschlägigen Produktionen aus den
USA mithalten. Allein das ist schon eine kleine Sensation. Es gibt aber doch kleine Unterschiede, die ihn als europäischen Animationsfilm ausweisen. Da ist das Spiel mit verschiedenen Realitätsebenen. Sie zeigen, dass Fantasiewelten gemacht werden und auch einem Markt unterliegen. Dies verbindet der Film mit Medienkritik. Die anspruchsvolle Sendung von Prof. N. Icely wurde wegen der
Professor N. Icely plant einen Racheakt
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geringen Einschaltquoten abgesetzt. Für jüngere Zuschauer hätte die Abenteuergeschichte wohl auch ohne diese medienkritische Ebene funktioniert.
Regisseur Krawinkel hat zwar betont, mit seinem Film eher unterhalten als zum Nachdenken anregen zu wollen, doch sind gesellschaftskritische Momente unaufdringlich eingeflochten: Die Welt der Menschen quillt von Müll über, ein ganzes Stadtviertel wird der Abrissbirne geopfert und in Susis Truckstop dreht sich alles nur um Materielles, vom Essen bis zur Lösegeldforderung. Diese Ausschnitte unserer Realität werden der Fantasiewelt von Gaya gegenüber gestellt, die wie eine friedliche Idylle wirkt. Obwohl fast alle Hauptfiguren männlichen Geschlechts sind, kann auch Alanta in dieser Welt bestehen. Sie verkörpert (wohl in Anlehnung an Lara Croft) eine selbstbewusste Frau, die es in punkto Schlagkraft, Mut und Ausdauer spielend mit den anderen aufnimmt.
Unerschrocken nimmt es Alanta sogar mit den riesigen Ratten in der Kanalisation auf
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Der entscheidende Unterschied zu amerikanischen Actionfilmen liegt jedoch in der Person Zinos, der in Gaya als Volksheld verehrt wird. Nicht das von ihm vertretene Recht des Mutigen, des Stärkeren oder des Besseren setzt sich durch, damit es zu einem Happy End kommen und der "Wahnsinn" von Prof. N. Icely (ein Wortspiel zwischen eisig und nice/nett) gestoppt werden kann. Es ist die Erkenntnis aller, es nur gemeinsam und gerade wegen ihrer so unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten schaffen zu können. Dazu muss Buu aber erst noch seine Angst überwinden und die Schnurks (ein Wortspiel zu Schurken) lernen, das Gemeinwohl auch einmal über ihr eigenes zu stellen.