Die Eltern des zwölfjährigen Owen renovieren beruflich Häuser. Sobald sie mit einem Haus fertig sind, ziehen sie zum nächsten, oft auch in einer anderen Stadt. Kein Wunder, dass Owen kaum Freunde hat und ziemlich einsam ist. Aber wenigstens erlauben ihm die Leute in
Owen hat niemanden, mit dem er spielen könnte
Fox
der Nachbarschaft, ihre Hunde Gassi zu führen. Weil er gut mit Tieren umgehen kann, schenken ihm seine Eltern einen Hund. Er entscheidet sich im Tierheim für einen struppigen Borderterrier, der so seltsam singen kann, und er nennt ihn Hubble – wie das Weltraumteleskop. Ohne es zu ahnen, liegt Owen damit gar nicht so falsch. Denn Hubble befindet sich in tierischer
Mission auf der Erde. Er kommt vom Hundeplaneten Sirius, um im Auftrag seiner
Königin zu untersuchen, wie die vor vielen Jahrtausenden entsandten Hunde heute auf der Erde leben und ob sie den Menschen beibringen konnten, ihnen auch wirklich aufs
Hund Hubble liest in einem Buch
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Wort zu gehorchen. Durch einen intergalaktischen Kurzschluss kann Owen plötzlich die Sprache der Hunde verstehen. Als Erdenbewohner weiß er natürlich viel besser Bescheid, wie es um irdische Hundeleben bestellt ist, und reagiert daher eher gelassen auf Hubbles Auftrag. Doch dann meldet sich die Königin von Sirius, eine deutsche Dogge, unerwartet auf Stippvisite an, und das bedeutet große Gefahr für alle Hunde. Wenn die Hunde sich nicht so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird, müssen sie zur Strafe auf ihren Heimatstern zurückkehren. Owen versucht seinem cleveren vierbeinigen Freund zu helfen, aber zu allem Überfluss planen die Eltern schon wieder ihren nächsten Umzug.
Wie ist der Film gemacht?Aus der Werkstatt von Jim Henson, der diesen Film produziert hat, stammt auch die Muppet-
Show. In der filmischen "Promenadenmischung" zwischen der klassischen Fernsehserie "Lassie" und Steven Spielsbergs "E.T. – Der Außerirdische" spielen neben dem Jungen Owen Hunde die Hauptrollen. Jeder Hund verkörpert einen bestimmten Charakter: der Boxer ist das treublickende Energiebündel, der Großpudel die vornehme Diva, das
Italienische Windspiel (so heißt die Hunderasse wirklich) die sensible Prinzessin auf der Erbse
Die fünf Hunde-"Darsteller" in Reih und Glied
Fox
und der Berner Sennenhund spielt den gutmütigen Wachhund. Damit die Tiere alle auf Befehl als wirkliches Team handeln konnten, wie es die Handlung erfordert, ging den Dreharbeiten ein Monate langes intensives Training voraus. Ihre täuschend echt wirkenden Mundbewegungen mussten dann allerdings nachträglich per Computeranimation simuliert werden. Weil der Film ganz aus der Perspektive der Hunde und der Kinder erzählt ist, bleibt die Kamera meistens in Augenhöhe der Hunde und selbst der vom filmerfahrenen Kinderstar Liam Aiken verkörperte Owen erscheint damit noch in leicht dominant wirkender Untersicht. Nicht alles an diesem Film für das jüngere Publikum ist allerdings inszenatorisch so gut gelungen wie das Spiel der Hunde und die sympathische Darstellung von Liam Aiken. Die deutschen Synchronstimmen der Hunde wirken flach und lieblos, der häufige Einsatz von Orchestermusik ist klischeehaft, die Darstellung der Eltern schwankt unentschlossen zwischen karikierender Überzeichnung und liebevollem Verständnis und die Story ist teilweise sehr unlogisch. So hat man sich nicht einmal Mühe gegeben, zu erklären, wieso die Hunde komplizierte Raumfahrzeuge konstruieren können, wenn sie auf der Erde bereits mit dem Dosenöffner vor unlösbare Probleme gestellt sind. Die kindlichen Lacher ganz auf seiner Seite hat der Film dann wieder, wenn die Hunde beim Ballspielen einfach alles um sich herum vergessen und in punkto Hofetikette und gute Tischmanieren viel zu wünschen übrig bleibt.
Hund Hubble lässt sich von Owen "auftischen"
Fox
Was ist das Besondere an diesem Film?Freundschaft in jeder Hinsicht ist das umfassende Thema dieses Films. Da ist zum einen das Bedürfnis von Owen nach einem menschlichen Spielkameraden, das sich –
politisch fast schon überkorrekt – in der aufkeimenden Freundschaft zu einem dunkelhäutigen Mädchen aus der Nachbarschaft erfüllt. Zum anderen wird das Thema an der Beziehung zwischen dem Menschen und dem Hund als "des Menschen bester Freund" durchgespielt. Diese Beziehung erscheint in humorvoller Relativierung zu den Lebensbedingungen auf Sirius (eigentlich eine Sonne und kein Planet) und demonstrativer Umkehrung der von Befehl und Gehorsam geprägten Beziehung zwischen Mensch und Hund auf der Erde. Sie scheint
gleichberechtigt, erfolgt aus freien Stücken und kommt beiden gleichermaßen zugute. Das klingt sehr harmonisch und das Happy End dieses Films ist so zwangsläufig wie unrealistisch.
Eine glückliche Familie – aber nur mit Hund
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Selbst in einem Kinderfilm könnte man ansatzweise darauf hinweisen, dass die Anschaffung eines Tieres Verantwortung und viel Pflege bedeutet. In der Realität erfahren viele Hunde und andere Haustiere keine artgerechte Haltung. Und das ist dann nicht ganz so lustig, wie dieser unterhaltsame Film.
Thomas Werner