Schweden/Norwegen 2002, 76 Min.
© MFA + Film Distribution GmbH
Der siebenjährige Lillebror aus
Stockholm wünscht sich nichts sehnlicher als einen richtigen Freund. Lillebror hat zwar zwei ältere Geschwister, doch die nehmen den verträumten Jungen nicht ernst und gehen ihrer eigenen Wege. Am liebsten hätte Lillebror einen Hund, doch die Eltern, die mit den Kindern in einer kleinen Stadtwohnung leben, sind von dieser Idee nicht begeistert. Noch mehr Sorgen machen sie sich allerdings über ihren jüngsten Spross, als dieser steif und fest behauptet, er könne nun mit Karlsson spielen, einem kleinen Kerl im besten Mannesalter, der ganz toll fliegen könne und obendrein auf dem Dach wohne.
Dennoch erlauben sie ihm Zuhause zu bleiben, während der Rest der
Familie in den Urlaub fährt. Aber Onkel Julius und die resolute Haushälterin Fräulein Bock sollen auf ihn aufpassen. Durch ein Foto in der
Zeitung, die eine dicke Belohnung zur
Aufklärung des "mysteriösen Flugobjekts" über der Stadt ausgeschrieben hat, werden zwei Ganoven auf Karlsson aufmerksam. Als sie des Nachts bei Lillebror einbrechen, um Karlsson zu fassen, erwartet sie allerdings eine böse Überraschung ...
Wie ist der Film gemacht?
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Der Zeichentrickfilm arbeitet mit klaren, ansprechenden Figuren, die einem sofort ans Herz wachsen. Sie bewegen sich inmitten eines ebenfalls nicht zu differenziert ausgelegten Hintergrunds, der das Wesentliche hervorhebt und eine schnelle Orientierung ermöglicht. Gezeichnet wurde die Geschichte nach dem bekannten Kinderbuch von
Astrid Lindgren von der bereits über 70-
jährigen Malerin Ilon Wikland. Diese hat seit 1954 fast alle Bücher der schwedischen Kinderbuchautorin illustriert und soll die Vorlage zu Karlsson in einem kleinen alten
Franzosen mit Trollgesicht gefunden haben, dem sie in den Markthallen von Paris begegnet war. Ihre Mitarbeit an diesem Animationsfilm mag als Garant dafür gelten, dass die Charakterisierung der Figuren ganz im Sinne der inzwischen verstorbenen Autorin erfolgte.
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Ob diese allerdings den deutschen Schauspieler Jürgen Vogel kannte, der in der deutschen Synchronisation den Karlsson mit frecher Schnauze und liebenswert schnoddriger Stimme spricht, ist nicht bekannt, aber vom Ergebnis wäre sie sicher begeistert. Regisseurin Vibeke Idsøe schließlich ist auch hierzulande bekannt geworden mit dem erfolgreichen Kinderfilm "Auf der Jagd nach dem Nierenstein, der fantastischen Reise einiger Kinder durch den menschlichen Körper".
Was ist das Besondere an diesem Film?
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Kurzweilig, abwechslungsreich und flott inszeniert, selbst in der Länge absolut kindgerecht, und in geistreichen fast philosophischen Betrachtungen über Freud und Leid von Freundschaft, Familie und Verwandtschaft auch den Älteren ein Vergnügen, so lässt sich der Film knapp umreißen. Natürlich ist Karlsson überdeutlich kein echtes Vorbild, wenn er auf gute Umgangsformen pfeift, wenn er selbstüberheblich andere Leute ärgert, gefräßig Süßigkeiten und Hackfleischbällchen vertilgt, keine Tischmanieren kennt und Lillebror dazu verführt, mit auf das Dach zu steigen. Eigentlich ein Erwachsener verhält er sich wie ein richtiger Lausebengel. Allen, die Erziehung nicht als strenge Maßregelung verstehen, macht der Film riesigen Spaß, den Kindern allemal. Und gegen ein Zuviel an Bewahr-
und sonstiger Pädagogik war Astrid Lindgren in ihrem Gesamtwerk ohnehin. Am besten gleich noch mal die literarische Vorlage zum Vergleich hervorholen und den Kindern vorlesen.
Thomas Werner