Die siebenjährige Laura ist mit ihren Eltern, dem jüngeren Bruder Tommy und ihrer Katze Muschka vom Land in die Stadt gezogen. Dort arbeitet die Mutter arbeitet als Musikerin im Opernhaus. In der schönen neuen Wohnung mit großer Dachterrasse fühlt sich Laura
Laura ist traurig, sie fühlt sich in der neuen Wohnung nicht wohl
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aber ganz und gar nicht wohl. Sie möchte am liebsten sofort zurück in die vertraute ländliche Umgebung und die Kinder aus der Nachbarschaft findet sie einfach nur doof. So
flüchtet sie sich in ihrer Fantasie. Mit einer selbst gebauten Rakete unternimmt sie eine abenteuerliche Reise durch den Weltraum. Mitten in der Nacht wird sie von einer seltsamen Roboterkatze geweckt. Sie erkennt – wie auch der Nachbarjunge Max – , dass ein Stern in den nahe gelegenen Park stürzt, der mit seinem Sternenstaub alles um ihn herum regelrecht verzaubert. Ohne zu zögern, macht sie sich auf den Weg dorthin. Sie findet den kleinen Stern, nimmt ihn mit zu sich nach Hause und verarztet ihn mit einem dicken
Pflaster, denn bei seinem Sturz ist ein Zacke abgebrochen. Lauras leuchtender Stern kann nicht nur fliegen und zaubern,
Beim Absturz hat Lauras Stern eine Zacke verloren
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sondern auch Gefühle ausdrücken, obwohl er nicht sprechen kann. Er macht die anderen Kuscheltiere in ihrem Zimmer lebendig, tröstet Laura und hilft ihr, sich gegen die Streiche einiger Jungen zu verteidigen und sich in der neuen Umgebung wohl zu fühlen. Und plötzlich ist auch Max, der sich ein eigenes Weltraumfahrzeug gebaut hat, gar nicht mehr so übel und entpuppt sich als echter Freund. Als die Mutter bei ihrem ersten Konzert den Streichbogen für ihr Instrument vergessen hat und Laura sich beim Versuch verirrt, ihn ins Opernhaus nachzutragen, findet sie der Stern und fliegt mit ihr wohlbehalten dorthin. Doch seine Leuchtkraft beginnt zu erlöschen und erst in letzter Minute erkennt Laura, dass auch ein Stern ein Zuhause hat und sie ihn loslassen muss, damit er zurück in seine Heimat kehren kann.
Wie ist der Film gemacht?Thilo Graf Rothkirch und sein Koregisseur Piet de Rycker, von denen bereits die sehr erfolgreichen Animationsfilme "Tobias Totz und sein Löwe" sowie "Der kleine Eisbär" stammen, haben die bekannte Bilderbuchvorlage von Klaus Baumgart in dreijähriger Arbeit mit bis zu dreihundert Zeichnern in einen 80-
minütigen Animationsfilm für die ganze
Familie umgesetzt, der inhaltlich weit über die etwa 30-
seitige Vorlage hinausgeht. Im Original-
Bilderbuch sind die Abbildungen des Sterns mit einer Spezialfolie beschichtet, um seine Faszinationskraft und seine besondere Bedeutung hervorzuheben. Für den Film musste man sich hierzu etwas anderes einfallen lassen: Lauras Stern leuchtet geradezu von innen heraus, er funkelt von allen Seiten, verstreut in unzähligen Lichtpunkten seinen Sternenstaub
Laura ist heilfroh, dass ihr Stern sie nachts in der fremden Stadt gefunden hat
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und kann mit Laura problemlos
kommunizieren, obwohl er nicht spricht. Um diese magische und teilweise sehr poetisch wirkende Welt für die Leinwand erschaffen zu können, hat man bei der Herstellung zweidimensionale und dreidimensionale Animationstechniken miteinander verknüpft. Während die meisten Hintergründe und die so einfach strukturierten wie ansprechend gehaltenen Figuren auf konventionellen Zeichenvorlagen beruhen, die erst später für den Computer eingescannt und Bild für Bild verändert wurden, sind einige Effekte und Szenen dreidimensional komplett im Computer generiert worden, so wie es beispielsweise die "Shrek"-
Filme machen. Eine besondere Rolle bei der Vermittlung von Lauras Gefühlswelt und ihren abenteuerlichen Erlebnissen mit dem Stern kommt der aufwändig und opulent gestalteten Filmmusik zu. Sie begleitet nahezu den gesamten Animationsfilm und lenkt die Emotionen des Publikums unwiderstehlich – und fast schon etwas zu offensiv – in die jeweils gewünschte Richtung. Geschrieben wurde sie von dem deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer. Er hat die Originalmusik für "Der
König der Löwen" und dafür einen Oscar erhalten. Zimmer, der vorwiegend in den
USA arbeitet, hat für mehr als einhundert Spielfilme den Score kreiert.
Laura und ihr Stern sagen den lebendig gewordenen Spieltieren eine Gute Nacht
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Was ist das Besondere an diesem Film?"Lauras Stern" ist liebevoll und sorgfältig animiert, nimmt sein Publikum und insbesondere die Kinder ernst. Der Film lädt mitunter auch zum Mitlachen ein, etwa wenn der kleine Tommy aus Lauras mangelndem Sauerstoff in der Rakete einen "Sauertopf" macht. Geschwisterliche Auseinandersetzungen und elterliche Verhaltensweisen scheinen wie aus dem Leben gegriffen. Nahtlos geht diese Darstellung eines Familienalltags in die Welt der kindlichen Fantasie über, die sich auch hier wieder als probates Mittel erweist, um Probleme wie das Gefühl des Alleinseins in einer fremden, neuen Umgebung besser bewältigen zu können. Auch das für einen Kinderfilm gängige
Laura fliegt mit ihrem Stern über die nächtlich erleuchtete Stadt
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Thema der Freundschaft gewinnt über den Nachbarjungen Max und durch Lauras Beziehung zu ihrem Stern eine weitere Dimension: Freundschaft bedeutet hier auch gegenseitige Hilfe und die Fähigkeit, unausgesprochene Bedürfnisse des anderen erkennen zu können und nicht nur selbstsüchtig an das eigene Wohl zu denken. Für Überraschung sorgen die unkonventionellen Rollenbilder von Lauras Eltern: Der Vater kümmert sich zuhause wie selbstverständlich um den Nachwuchs, während die künstlerisch tätige Frau zur Arbeit geht. Insgesamt ist "Lauras Stern" ein bezaubernder Film, der die jüngeren Kinder unmittelbar anspricht und sie nicht überfordert. Geschickt hält er die Balance zwischen Fantasie und Realität und hat das Potenzial, mit seinem unmittelbaren Charme auch die Eltern und Erwachsenen zu verzaubern.
Thomas Werner