Regie: Jørgen Lerdam und Anders Sørensen, nach dem Kinderbuch von Sven Nordqvist
Findus wünscht sich einen Besuch des Weihnachtsmanns
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In der Weihnachtszeit hört der Kater Findus von den Kindern des Dorfes, wie sie über den Weihnachtsmann sprechen. So eilt er nach Hause, um den alten Erfinder Pettersson zu fragen, ob der Weihnachtsmann denn am
Heiligabend auch zu den Katzen käme und ihnen Geschenke bringe. Pettersson weiß darauf keine eindeutige Antwort. Aber er lässt sich leichtfertig zu dem Versprechen hinreißen, dass der Weihnachtsmann kommen wird. Das bereut er zwar sofort, zumal er selbst längst nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubt. Aber nun muss er sein Versprechen halten, um Findus nicht zu enttäuschen. Unter einem Vorwand stürzt er sich auf die Konstruktion einer Weihnachtsmannmaschine, die er gegenüber Findus als "Holzscheiteinwurfmaschine" ausgibt und vernachlässigt über diese schwierige Aufgabe vollkommen seinen armen Kater. Darüber hinaus passieren plötzlich seltsame Dinge im Haus. Sachen, die Pettersson für seine Arbeit benötigt, verschwinden spurlos und Pettersson macht irrtümlich Findus dafür verantwortlich.
Pettersson und Findus verstecken den Wunschzettel in einer Schneelaterne
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Dieser wiederum entdeckt einen seltsamen Postboten eingeklemmt in einem hohlen Baum, der dann auch noch Sachen zustellt, die niemand erwartet hat, und der Findus einen Katalog mit vielen schönen Geschenken zeigt, die sich Kinder gerne zu
Weihnachten wünschen. Die turbulenten Ereignisse führen dazu, dass sich Findus sehr einsam fühlt, während Pettersson am Rande der Verzweiflung angelangt ist und von Albträumen geplagt wird. Selbst eine gemeinsame Aktion von Findus und den Stallhennen vermag Pettersson nicht aufzumuntern. So schenkt Findus seinem großen Freund den dritten Wunsch, den er auf seinem Wunschzettel an den Weihnachtsmann vermerkt hatte und den er sich "für etwas ganz Wichtiges" bis zum Heiligabend offen halten wollte. Er wünscht sich nun, dass die ihm nutzlos erscheinende Erfindung des Holzscheiteinwurfautomaten von Pettersson wenigstens funktionieren möge, damit dieser wieder glücklich und zufrieden sei. Und tatsächlich gelingt es Pettersson kurz darauf, die Maschine zum Laufen zu bringen. Zuversichtlich zieht er deshalb am Heiligabend die Schnur für den Auslösemechanismus. Da geschieht etwas für Pettersson ganz und gar Unerklärliches und macht den Weihnachtsabend für ihn und den Kater zum schönsten, den sie je erlebt haben.
Findus ist böse auf die Hennen, die kein Interesse am Weihnachtsmann haben
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Wie ist der Film gemacht?Der Zeichentrickfilm der beiden
dänischen Zeichner und Regisseure Jørgen Lerdam und Anders Sørensen entstand nach dem gleichnamigen Kinderbuch des
schwedischen Kinderbuchautors Sven Nordqvist. Während die beiden ersten Filme über Pettersson und Findus aus verschiedenen Geschichten des Autors aufgebaut sind, erzählt dieser dritte Teil konsequent nur eine einzige und nicht allzu lange Geschichte. Das und die sehr sorgfältig vorgenommene deutsche Synchronisation kommen dem inzwischen schon mehrfach ausgezeichneten Film und seiner Wirkung auf die ganz jungen Zuschauer sehr zugute. In seiner Kameraführung und der Montage folgt der Zeichentrickfilm weitgehend der Dramaturgie eines realen Spielfilms. Langeweile kommt niemals auf, denn kurze Schnittfolgen und häufige Wechsel in der Einstellungsgröße und in der Kameraperspektive sorgen neben Verfolgungsjagden oder rasanten Skiabfahrten für zusätzliches Tempo und Kurzweiligkeit vor allem in den Szenen, in denen der quirlige Findus im Mittelpunkt steht.
Findus und die Hennen wollen Pettersson aufheitern
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Indem das Geschehen abwechselnd aus der Sicht des behäbigen Pettersson und der von Findus zu sehen ist, wird auch die geradezu symbiotische Beziehung zwischen den in Größe, Alter und Erfahrung so unterschiedlichen Figuren sichtbar und eine unmittelbare Identifikation von Seiten des Kinderpublikums mit beiden möglich. Die vielen Zeichendetails, die bereits in der Buchvorlage angelegt sind, wurden auf den Film übertragen und in Nebenhandlungen ausgebaut. Vor allem die Mucklas, das sind winzige, freche und respektlose Wesen, die nur Findus und mit ihm die Zuschauer sehen können, sorgen für reichlich Situationskomik und gute Unterhaltung.
Der Weihnachtsmann kommt zu Findus
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Was ist das Besondere an diesem Film?Mit dem ungleichen Paar eines kauzigen alten Menschen und seines kleinen Katers, die sich so gut verstehen, dass sie der gleichen Sprache mächtig scheinen, spricht der liebevoll gestaltete Zeichentrickfilm sein sehr junges Zielpublikum unmittelbar an und schlägt darüber hinaus auch eine Brücke zwischen den
Generationen. Die von großer Zuneigung, Liebe und
Toleranz getragene Beziehung zwischen Pettersson und Findus ist nicht nur eine zwischen Mensch und Tier, sondern lässt sich problemlos auch auf menschliche Beziehungen übertragen, etwa die zwischen einem Großvater und seinem Enkel. Hier zeigt der Film geradezu vorbildhaft, wie sich unterschiedliche Interessen und Ansprüche dennoch vereinbaren lassen. Getragen von fantasievollen Einfällen, etwa das verspielte Würstchenspiel mit dem Briefträger im Wald, werden kindliche Probleme zielgruppengerecht aufbreitet und konkrete Lösungsvorschläge angeboten. Das erfolgt keinesfalls eindimensional, so wie beispielsweise die Vorstellungen über den Weihnachtsmann gängige Klischees durchbrechen und zu einer eigenen Sicht der Dinge auffordern. Eindeutig ist der Film dagegen in seinen Werten, sich um harmonisches Zusammenleben in der "
Familie" zu bemühen, andere nicht anlügen zu dürfen und seine Versprechen halten zu müssen, auch dann, wenn man sie sich selbst gegeben hat. Gerade in der immer stärker auf das Materielle ausgerichteten Vorweihnachtszeit ist der Denkanstoß des Films begrüßenswert, das Weihnachtsfest wieder mehr von reinem Wunsch-
und Besitzdenken zu lösen. Für Findus sind nicht die Geschenke das Wichtigste, da er bereits hat, was er wirklich braucht, nämlich die Zuneigung und Fürsorge von Pettersson. Zusammenfassend also ein für Jung und Alt sehenswerter Weihnachtsfilm im besten Sinn des Wortes.
Thomas Werner