USA 2010, ca. 100 Min.
Shrek könnte nach der Errettung von Prinzessin Fiona und der Heirat mit ihr im fernen Märchenland rundum glücklich sein. Doch was man hat, weiß man oft nicht genügend zu schätzen. Eigentlich ist Shrek auch mächtig stolz auf seine drei Sprösslinge. Hin und her gerissen zwischen Kindergeschrei, dem Wechseln von Windeln und täglicher Langeweile fühlt sich Shrek jedoch unzufrieden. Was gäbe er bloß für ein Schlammbad in aller Ruhe; noch einmal wie ein richtiger Oger von den anderen gefürchtet zu sein. Stattdessen muss er Autogramme geben und er fühlt sich wie eine bloße Touristenattraktion. Ausgerechnet zum ersten Geburtstag seiner Kinder rastet er aus. Rumpelstilzchen sieht endlich seine Chance gekommen, doch noch das Königreich an sich zu reißen. Er bietet Shrek einen Tauschhandel an. Für einen Tag aus seiner Kindheit darf Shrek einen Tag lang wieder ein wilder Oger sein. Das Angebot klingt so verlockend, dass sich Shrek auf den Handel einlässt. Und das Gefühl, dass die Menschen plötzlich wieder Angst vor ihm haben, ist geradezu überwältigend. Seltsam nur, dass er seine Hütte leer und verfallen vorfindet und Fiona steckbrieflich gesucht wird. Irgendetwas stimmt da nicht. Im Königspalast herrschen
Shrek hat sich seine alte Heimat ganz anders vorgestellt
© Paramount Pictures Germany
Rumpelstilzchen und die bösen
Hexen. Schlimmer noch: Niemand scheint Shrek zu kennen. Selbst sein bester Freund, der Esel, kennt ihn nicht mehr und denkt, der Oger hätte nichts anderes im Sinn als ihn zu fressen. Durch den Esel erfährt Shrek immerhin, was wirklich passiert ist. Er wurde reingelegt. Rumpelstilzchen hat sich für den Tauschhandel den Tag von Shreks Geburt ausgesucht. Am Ende des Tages wird es Shrek daher nie gegeben haben. Immerhin gibt es einen Funken Hoffnung. Falls es Shrek gelingt, vor Ablauf des Tages Fionas Liebe erneut zu gewinnen, ist der
Vertrag ungültig. Doch Fiona hat sich aus ihrer jahrelangen Gefangenschaft selbst befreit. Sie glaubt nicht mehr an die Liebe und einen Prinzen, der sie erlösen würde. Mit seinen seltsamen Annäherungsversuchen blitzt Oger daher bei ihr ab. Shrek muss sich nun wirklich etwas einfallen lassen, um sich, seine
Familie und seine Freunde zu retten.
Wie ist der Film gemacht?"Für immer Shrek" ist das erste Abenteuer des berühmten Ogers in 3D. Der räumliche Eindruck beim Sehen kommt erst durch das Tragen einer Spezialbrille zustande (siehe zu dieser Technik auch die Filmbesprechung zu "Drachenzähmen leicht gemacht"). Actionszenen, in denen es um Kämpfe, um
Flucht oder Angriff geht, kommen in 3D besonders stark zur Geltung. So müssen Shrek und seine Freunde nicht nur aus dem Königsschloss fliehen, sondern auch wieder dort hineinkommen. Und diesmal leistet sogar eine ganze Ogerhorde – angeführt von Fiona –
Widerstand gegen die Unterdrückung im
Staat, an der Rumpelstilzchen schuld ist. Wie die drei Vorgängerfilme
Shrek versucht, Esel von seinen guten Absichten zu überzeugen
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ist auch das neue und vermutlich letzte Abenteuer von Shrek ganz im Computer entstanden und animiert worden. Und erneut wurden zahlreiche Figuren aus anderen euch bekannten Märchen in die Filmhandlung über den Oger und seine Familie einbezogen: der böse Wolf, Rumpelstilzchen oder auch der gestiefelte Kater. Der allerdings ist reichlich fett und unbeweglich geworden. Er erinnert an den Kater Garfield. Mit seinem Aussehen und seinen coolen Sprüchen, die nicht zu seinem Äußeren passen, sorgt er für besonders lustige Auftritte. Da Shrek in der neuen Geschichte um seine Existenz kämpfen muss, stehen natürlich er und Fiona weitaus stärker im Mittelpunkt als seine Freunde wie der Kater oder der Esel. Seinen stärksten Auftritt hat der Esel in den Szenen, als er sich vor Shrek fürchtet. Er hat Angst, dass er von dem Oger gefressen wird. Shrek wiederum versucht ihm irgendwie begreiflich zu machen, dass beide eigentlich beste Freunde sind.
Der gestiefelte Kater ohne Stiefel, aber mit Maus am Milchnapf
© Paramount Pictures Germany
Besonders hoch anzurechnen ist es den Machern, dass ihnen im vierten Teil wirklich etwas Neues eingefallen ist. Oft leiden Fortsetzungen darunter, ein Erfolgsrezept einfach nur nachzumachen. Durch den von Rumpelstilzchen gestohlenen Geburtstag Shreks hingegen verändern sich auch die bisher erzählten Geschichten – also die Vergangenheit – ganz wesentlich. Dadurch erhöht sich die Spannung und die Neugier wächst. Weil nichts mehr ist, wie es war, weiß man als Zuschauer auch nicht, wie es weitergehen wird.
Was ist das Besondere an diesem Film?Jeder Mensch möchte um seiner selbst geliebt und so angenommen werden, wie er ist. Das bedeutet aber nicht, dass man für eine bestehende Freundschaft oder die große Liebe nichts tun muss, dass alles wie von selbst laufen würde. Gute und dauerhafte Beziehungen sind immer auch mit einem Stück Arbeit verbunden – man muss sich für sie einsetzen. Das ist auch in der Wirklichkeit nicht anders als in diesem modernen Märchen. So hat in diesem Animationsfilm Shrek als Held eine besonders harte Bewährungsprobe zu bestehen.
Rumpelstilzchen als Tyrann mit seinem Hofstaat
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Er muss seine geliebte Fiona und seine Freunde neu für sich gewinnen. Normalerweise beginnen Märchen mit dem Satz "es war einmal". Hier beginnt alles mit einem "was wäre, wenn ...". Wenn sich das Rad der Zeit zurückdrehen ließe. Wenn eine Freundschaft, die man für sicher hielt, eines neuen Vertrauensbeweises bedarf. Oder wenn die große Liebe neu entdeckt und erobert werden muss. Ein Märchen voller Lebensweisheiten also, das technisch brillant gemacht ist, den Erwachsenen einen Spiegel vor Augen hält und für Jung und Alt spannende Unterhaltung verspricht.
Thomas Werner