Regie: Regie: Granz Henman, nach der gleichnamigen Buch- und Hörspielreihe von Frauke Nahrgang
Moritz hat es wieder einmal verpatzt. Statt den Ball abzugeben, träumt er von Philipp Lahm und Lukas Podolski. Der Torschuss geht daneben und das Team ist sauer auf ihn. Zu allem Überdruss küsst der Vater seine Sekretärin in dem Moment, als die Mutter überraschend im Vereinsgebäude auftaucht.
Hindernisparkour mit dem Ball über Autodächer hinweg
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So sehr der Vater bereut, die Trennung scheint unabwendbar. Moritz zieht mit seiner Mutter in eine andere Stadt zu Großvater Rudi. Dieser ist seit dem Tod seiner Frau nur noch ein mürrischer Griesgram. Kein Zuckerlecken also. Im Fußballclub des neuen Wohnorts blitzt Moritz ab. Kein Wunder, denn im Team spielt Mark, sein größter Gegner aus dem letzten Spiel. Er ist der Sohn des dortigen Trainers und Geschäftsmanns Rothkirch. So schnell gibt Moritz aber nicht auf. Als er sieht, mit welcher Schnelligkeit und Akrobatik Alex und seine Rooftop-
Gang über die Dächer und über andere Hindernisse springen (Parkour) und den Ball auch auf der Straße beherrschen (Streetsoccer), kommt ihm eine Idee. Er gründet zusammen mit Alex‘ Gang und weiteren Hobbyspielern ein eigenes Fußballteam und meldet es zum Pokalturnier an. Die Regeln verlangen aber einen Trainer, so gibt Moritz kurzerhand den Namen seines Großvaters an. Seine Mitschülerin Catrina ist von Anfang an bei den Teufelskickern dabei. Sie kann mindestens so gut spielen wie die Jungen. Erst später erfährt Moritz, dass sie die Stiefschwester des verhassten Mark ist.
Catrina und Moritz auf dem Rasen
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Gleich das erste Qualifikationsspiel endet in einer vernichtenden Niederlage. Obendrein fällt der gerade erst eroberte Trainingsplatz einem Bauprojekt zum Opfer. So üben die Teufelskicker nach Kassenschluss heimlich in einem Einkaufszentrum, in dem Großvater Rudi als Nachtwächter arbeitet. Statt die Kinder zu bestrafen, entpuppt sich dieser als echter Fußballfan und strenger Trainer. Zudem kann er damit seinem Erzrivalen Rothkirch seit Jugendtagen endlich eines auswischen. Während Rothkirch mit üblen Machenschaften die
Konkurrenz ausschalten möchte, arbeiten sich die Teufelskicker mit Moritz unaufhaltsam an die Spitze. Am Ende steht er seinem früheren Team gegenüber. Nun muss er beweisen, ob er wirklich etwas gelernt hat. Aber auch für seine Eltern steht alles auf dem Spiel, eine letzte Chance, um wieder zusammenzufinden.
Wie ist der Film gemacht?Vergleiche mit den "Wilden Kerlen" lassen sich bei den "Teufelskickern" wohl nicht ganz vermeiden, zumal sich hier wie da ein fußballbegeistertes Mädchen in einem reinen Jungenteam behaupten muss. Der große Unterschied liegt darin, dass dieser Film als Family-
Entertainment produziert wurde, also ein Unterhaltungsfilm für die ganze
Familie sein möchte. Alle Altersstufen vom Kind bis zum Großvater werden angesprochen, was sich auch in den Rollen des Films spiegelt. Die Regie sollte niemand aus dem klassischen Kinder-
und Jugendfilmbereich übernehmen, sondern jemand, der sich mit Komödien gut auskennt.
Moritz fordert seinen Rivalen Mark heraus
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Die
Wahl fiel auf den
britischen Regisseur Granz Henman, der viele Jahre in
New York lebte. In
Deutschland machte er sich durch erfolgreiche Komödien wie "Harte Jungs" und "Knallharte Jungs" oder "Kein
Bund fürs Leben" einen Namen.
Sicher kennen viele von euch die gleichnamige Buch-
und Hörspielreihe von Frauke Nahrgang, nach der dieser Film entstanden ist. Die Ausgangslage der Geschichte und alle wichtigen, mit viel Humor gezeichneten Figuren finden sich auch in der Verfilmung. Um der Geschichte mehr Spannung und Tempo zu geben, kamen die Filmemacher auf die Idee, das Spiel auf dem Rasen mit einem Fußballparkour zu verbinden. Das macht die echten Teufelskicker aus! Sie sind nicht nur auf dem Rasen super, sondern jagen mit dem Leder auch über Autodächer, durch Straßenschluchten und durch ein riesiges Einkaufszentrum. Nachahmung ist nicht zu empfehlen! Zugleich gleitet Moritz im Film immer wieder in seine eigene Traumwelt ab, in der ihm Philipp Lahm und Lukas Podolski zu Vorbildern werden. Eine hübsche Idee.
Deutschlandweit wurden für den Film etwa 3000 Kinder gecastet, die sich für eine Rolle beworben hatten. In die Endauswahl kamen dann die drei Mitglieder der Kölner Teen-
Rock-
Band Apollo 3: Henri Horn (Moritz), Dario Barbanti (Alex) und Marvin Schlatter (Shadow).
Das Team der Teufelskicker – zu allem entschlossen
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Sie sind im Film auch mit einem Titelsong zu hören. Cosima Henman, die Tochter des Regisseurs, übernahm die Rolle der Catrina. Einige der Teufelskicker wurden schließlich aus der Kölner Truppe Move Production übernommen, die Free Running, Parkour und Karate lehrt. Auf diese Weise ist das, was im Film zu sehen ist, auch alles ohne Tricks entstanden. Und damit alle Kinder auch wirklich perfekt mit dem Ball umgehen konnten, wurden sie vor den Dreharbeiten von einem professionellen Trainer unterrichtet.
Was ist das Besondere an diesem Film?Der Fußball kann wie das Kino sehr unterschiedliche Menschen begeistern, unabhängig von ihrer
Bildung, ihrem Einkommen, Alter, Geschlecht oder ihren Interessen. Beim Fußballspielen kommt es weniger auf herausragende Einzelleistungen als auf ein eingespieltes Team, auf Fairness und Teamgeist an. In diesem Punkt unterscheidet sich das Geschehen auf dem Fußballfeld eigentlich gar nicht so sehr von den Vorgängen in einer Familie oder in einer Freundschaft. Auf diesem Vergleich beruht die Geschichte der Teufelskicker und daher haben alle Figuren
Trainer und Erzrivalen: Rothkirch und Rudi auf dem Spielfeld
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im Film einschließlich der Erwachsenen noch viel zu lernen. Moritz muss seine Ichbezogenheit überwinden, die sich übrigens auch im Verhalten seiner Eltern spiegelt. Er lernt, dass das Team nur als
Einheit gewinnen kann. Und das geht nur, wenn er den Ball auch mal abgibt und nicht alles selbst macht. Indem Catrina, die ungeliebte Stieftochter von Rothkirch, ihren Platz bei den Teufelskickern findet, behauptet sie sich auch besser in der Familie. Wenn man nur fest daran glaubt – und hart dafür arbeitet und trainiert – dann lässt sich sogar das scheinbar Unmögliche erreichen, vielleicht sogar eine zerbrochene Ehe kitten. Eine optimistische
Botschaft, die zudem spannend und temporeich vermittelt wird.
Thomas Werner