Selbst die beste Mutter ist irgendwann einmal überfordert. So ergeht es Mrs. Green, der langsam alles über den Kopf wächst. Sie lebt mit ihren Kindern Norman, Megsie und Vincent auf einem Bauernhof und hilft in einem Laden im nahen Ort aus. Ihre Kinder sind zwar nicht besonders ungezogen, aber sie leiden unter der langen Abwesenheit ihres Vaters. Denn es ist
Krieg. Fast alle Männer wurden als
Soldaten eingezogen –
Megsie, Vincent und Norman Green macht das Leben auf dem Bauernhof Spaß
© Universal Pictures International Germany
mit Ausnahme etwa von Onkel Phil, dem Bruder von Mr. Green. Der ist ein Spieler und feige obendrein. Weil er hohe Spielschulden hat, möchte er mit faulen Tricks seine Schwägerin zum Verkauf des Bauernhofs bewegen. Mrs. Green würde von dem Geld nichts bleiben, aber das wissen nur Onkel Phil und die Zuschauer. Zu allem Überdruss hat die in
London lebende Schwester von Mrs. Green ihre beiden verzogenen Kinder Celia und Cyril Grey aufs Land geschickt – zur Sicherheit, denn die Städte werden bombardiert. Stadt-
und Landkinder vertragen sich nicht immer. Aber so schlimm wie hier kommt es selten. Im gegenseitigen Hass verwandeln Cousins und Cousinen den Bauernhof in ein Schlachtfeld.
Nanny McPhee ermahnt die Kinder mit einer Geste, still zu sein
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Nanny McPhee wird offensichtlich dringend gebraucht. Sie wird den Kindern fünf Lektionen erteilen. Ihre Arbeitsweise fasst sie in die Worte: „Wenn ihr mich braucht, mich aber nicht wollt, dann muss ich bleiben. Wenn ihr mich wollt, mich aber nicht mehr braucht, dann muss ich gehen.“ Nur, warum sollten die Kinder auf diese hässliche Frau, die sich so rätselhaft ausdrückt und verhält, hören? Erst als Nanny McPhee mit ihrem Zauberstock auf den Boden klopft und sich die Kinder unfreiwillig selbst schlagen, haben sie ihre erste Lektion gelernt. Sie stellen die Kämpfe ein. Unterdessen drängt Onkel Phil weiterhin auf den Verkauf des Bauernhofs. In einem Telegramm überbringt er die grausame
Botschaft, Mr. Green sei im Krieg gefallen. Nur Norman glaubt nicht an den Tod seines Vaters. Zusammen mit Cyril und Nanny McPhee macht er sich auf den Weg ins Kriegsministerium, um das Gegenteil zu beweisen.
Nanny McPhee ermahnt die Kinder mit einer Geste, still zu sein
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Wie ist der Film gemacht?In den 1960er Jahren schrieb die britische Schriftstellerin Christianna Brand ihre Bücher über das Kindermädchen Matilda. 2005 kam die erste Verfilmung ins Kino, in der die Britin Emma Thompson bereits die Rolle der Nanny McPhee übernahm. Ihr gefielen die Gute-
Nacht-
Geschichten über das zauberhafte Kindermädchen so gut, dass sie in diesem Film nicht nur wieder die Hauptfigur spielt, sondern auch selbst als Autorin und Produzentin tätig wurde. Sie schrieb extra eine neue Geschichte, die sich ebenfalls in der Vergangenheit ereignet. Das ist an der Ausstattung des Films und an der Kleidung der Personen leicht zu erkennen. Der Hauptunterschied zum ersten Film besteht darin, dass sich nun die Kinder untereinander bekriegen, statt einen Krieg gegen die Erwachsenen zu führen. Zur Zeit der Filmhandlung befindet sich England in einem echten Krieg mit anderen Ländern. Er erklärt die Abwesenheit fast aller Männer und die Verschickung der beiden Grey-
Kinder auf den Bauernhof der Verwandten. Wie in einem richtigen Actionfilm müssen die Kinder später sogar eine riesige Bombe entschärfen – unter dem Schutz von Nanny McPhee natürlich. Norman, der älteste Sohn der Greens, wird übrigens von Asa Butterfield gespielt. Einige von euch kennen ihn vielleicht schon durch seine Hauptrolle in
Mrs. Green und ihr Schwager Phil beim Anblick der chaotischen Kinder
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„Der Junge im gestreiften Pyjama“. Susanna White, die Regisseurin des Films, hat auch eines der letzten Interviews mit P.L. Travers geführt, dem Schöpfer von „Mary Poppins“. Die Verfilmung des Romans ist heute noch manchmal im Fernsehen zu sehen. So wie damals ein Kindermädchen mit einem Oldtimer durch die Luft geflogen ist, macht das Nanny McPhee jetzt ganz cool mit einem Motorrad. Das ist nur eines von vielen lustigen Momenten im Film. Besonders gelungen sind die Trickszenen mit synchron schwimmenden Ferkeln wie in einem Wasserballett. Nach einem klar erkennbaren Muster führen alle Schwimmer zur gleichen Zeit die gleichen Bewegungen durch und das nennt man dann "synchron".
Was ist das Besondere an diesem Film?Eine andere hässliche
Hexe mit Zauberkräften wäre im Kino bestimmt nicht so erfolgreich wie Nanny McPhee. Denn die zauberhafte Nanny ist rätselhaft und vollkommen realistisch zugleich, ein Mensch in der Gestalt einer Zauberin. Sie wird von den Kindern geachtet und später auch geliebt.
Nanny McPhee und ihr Vogel wachen über den Bauernhof der Greens
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Denn sie spricht keine sinnlosen
Gebote und Verbote aus. Stattdessen nimmt sie die Kinder beim Wort, stellt klare Regeln auf und setzt ihnen Grenzen, die sie auch verstehen. Auf diese Weise können sie etwas lernen, ob sie nun zu den Greens oder Greys (grün oder grau) gehören. Vor allem, dass sich Probleme auch ohne
Gewalt und auf vernünftige Weise lösen lassen, wenn man aufeinander zugeht. Das ist das Gegenteil von Krieg. In den fünf Lektionen lernen die Kinder, den Kampf einzustellen, großzügig zu teilen, sich gegenseitig zu helfen. Sie müssen mutig sein und vor allem Vertrauen haben. Dieses Lernen macht obendrein noch Spaß und der überträgt sich von der Leinwand auf das Publikum. Ein fantastisches
Märchen mit guter Botschaft also, das euch und den Eltern sicher viel Vergnügen bereiten wird.
Thomas Werner