Dienstag, 12. November 2013
Frauen dürfen wählen. Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit, keineswegs aber war das immer so. Dieses
Wahlrecht wurde hart erkämpft.
Frauen fordern ihr RechtIn
England waren es 1908 die Suffragetten, wie die Frauenrechtlerinnen genannt wurden, die mit aufsehenerregenden Aktionen für dieses Recht stritten. Sie schlugen Fensterscheiben ein, ketteten sich an Geländern fest und traten in Hungerstreik. In ganz
Europa fanden sie Mitstreiterinnen.
Demonstration von Suffragetten um 1905. Als Suffragetten bezeichnete man vor 1914 die Mitglieder der englischen Frauenbewegung, die vor allem das Stimmrecht für Frauen forderten. Der Begriff kommt vom lateinischen "suffragium", auf Deutsch "Stimmrecht".
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In
Deutschland haben viele Frauen schon im 19. Jahrhundert das
Frauenwahlrecht gefordert, anderen ging das zu weit, viel zu weit. Adolf
Lette beispielsweise, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der weiblichen Erwerbstätigkeit, stellte 1901 klar: "Was wir nicht wollen und niemals, auch nicht in noch so fernen Jahrhunderten, wünschen und bezwecken, ist die
politische Emanzipation und
Gleichberechtigung der Frauen."
Endlich GerechtigkeitDoch die Gleichberechtigung ließ sich zum Glück nicht aufhalten. 1918 wurde dann der Traum vieler Frauenrechtlerinnen wahr: in der
Weimarer Verfassung wurde das Wahlrecht für Männer und Frauen ab dem 20. Lebensjahr
gesetzlich verankert. Am ersten Wahltag gaben 82 Prozent der wahlberechtigten Frauen ihre Stimme ab und 37 weibliche
Abgeordnete zogen ins
Parlament ein. Es war der
Lohn für Beharrlichkeit und Ausdauer von Frauen, die sich nicht damit abfinden wollten, die Macht im
Staat den Männern zu überlassen.