Am 2. November 2004 wird in den
USA ein neuer
Präsident gewählt. Es wird der 43. Präsident der USA sein.
Es
kandidieren George W. Bush und John Kerry.
George W. Bush, der jetzige Präsident, kandidiert für eine 2. Amtzeit. Er wurde 1946 geboren. Er ist der Sohn von George Bush, dem 41. Präsidenten der USA. Bush ist Kandidat der Republikanischen Partei.
John Kerry wurde 1943 geboren. Er ist Senator des US-
Bundesstaates Massachusetts. Er ist Kandidat der Demokratischen
Partei.
Das amerikanische WahlsystemAnders, als viele meinen, wird der Präsident in den USA nicht direkt gewählt. Gewählt wird er indirekt, d.h. über Wahlmänner (und Wahlfrauen). Wie funktioniert das genau?
In Vorwahlen – die schon Anfang des Jahres stattgefunden haben – werden in jedem der 50 Bundesstaaten die Wahlmänner bestimmt. (Es gibt natürlich auch Wahlfrauen, aber das altmodische Wort "Wahlmänner" ist noch nicht geändert worden). Diese Wahlmänner geben dann ihre Stimme nach der Wahl am 2. November für einen der beiden Präsidentschaftskandidaten ab. Jeder Bundesstaat hat eine festgelegte Anzahl an Wahlmännern: Die Zahl entspricht genau der Anzahl an
Senatoren und
Abgeordneten, die dieser Bundesstaat an Senatoren und Abgeordneten im Kongress (der amerikanischen Volksvertretung) hat. Diese Wahlmänner können aber nicht frei entscheiden, wen sie wählen. Sie müssen vielmehr ihre Stimme demjenigen geben, der am 2. November von den
Bürgerinnen und Bürgern ihres
Bundesstaates die
Mehrheit erhalten hat.
Am 2. November können alle Wahlberechtigten ihre Stimme für Bush oder Kerry abgeben. Um aber überhaupt am 2. November abstimmen zu können, müssen sich alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger "registrieren" lassen. Sie müssen also schon vorher kundtun, dass sie wählen gehen wollen, damit sie in eine Wählerliste aufgenommen werden. Dann können sie ihre Stimme abgeben für Bush oder Kerry. Die Wählerstimmen werden ausgezählt und dann steht fest, welcher Kandidat in dem
Bundesland die Mehrheit hat.
Und dann sind die Wahlmänner an der Reihe: Alle(!) Wahlmänner eines Bundesstaates müssen denjenigen wählen, der in ihrem Bundesstaat die Mehrheit bekommen hat. Dabei ist nur die Mehrheit entscheidend. Wenn z.B. im Florida 52% für Bush und 48% für Kerry wählen, gehen alle Stimmen aus Florida an Bush; Wenn in Ohio dann Kerry 55% und Bush 45% erhält, gehen alle Stimmen aus Ohio an Kerry. Entscheidend ist also immer die Mehrheit in den Bundesstaaten (und nicht die Mehrheit aller Stimmen in den gesamten USA).
Deshalb leuchten auch im amerikanischen Fernsehen bei der Stimmenauszählung auf den großen Bildschirmen die Bundesstaaten auf, die für einen Kandidaten sind, und nicht irgendwelche Prozentzahlen wie bei unseren
Wahlen.
Das amerikanische Wahlsystem stammt übrigens aus dem Jahre 1789. Es ist also schon sehr alt und wie viele wollen es verändern. Seit 1968 gibt es Bestrebungen, das
Wahlsystem zu erneuern, bisher allerdings ohne Erfolg.