Frauen im
Parlament – das ist für uns heute eine ganz normale Sache, wenn wir auch manchmal denken mögen, es könnten schon ein paar mehr sein...
Eine Frau mischt mitVor 87 Jahren aber war es fast wie eine
Revolution, dass eine Frau im Deutschen Parlament (das man damals
Nationalversammlung nannte) ans Mikrofon ging und eine Rede hielt. Es war Marie Juchacz, eine Sozialdemokratin, und sie zeigte Selbstbewusstsein: Die Frauen, so betonte sie, hätten keinerlei Grund, der
Regierung dafür dankbar zu sein, dass sie nun auch im Parlament mitmischen dürften. Denn letztlich habe die Regierung den Frauen nur das gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist. Nämlich das
Wahlrecht und die Möglichkeit,
politisch aktiv zu sein.
Wie war es vorher?Frauen waren das, was man heute "politisch entmündigt" nennen würde. Sie hatten kein Recht, für ihre Interessen in politischen Einrichtungen zu kämpfen. Bis 1908 durften sie weder in politischen
Vereinen Mitglied sein, noch an politischen Versammlungen teilnehmen.
Demonstration von Suffragetten um 1905. Als Suffragetten bezeichnete man vor 1914 die Mitglieder der englischen Frauenbewegung, die vor allem das Stimmrecht für Frauen forderten. Der Begriff kommt vom lateinischen "suffragium", auf Deutsch "Stimmrecht".
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Kampf für GleichberechtigungDie
Frauenbewegung hatte schon im 19. Jahrhundert für die Gleichberechtigung gekämpft, aber es war ein langer und schwieriger Kampf und die Erfolge waren mäßig. Doch nach dem
Ersten Weltkrieg, in der
Verfassung der
Weimarer Republik, stand es dann schwarz auf weiß: das Wahlrecht galt für "alle mindestens zwanzig Jahre alten männlichen und weiblichen Personen". Und die Frauen haben dieses Wahlrecht wahrgenommen! 82 Prozent gaben ihre Stimme ab bei der
Wahl zur ersten Nationalversammlung, 37 Frauen zogen als
Abgeordnete ins Parlament. Eine von ihnen war Marie Juchacz. Sie hat sich ihr Leben lang für die Frauen eingesetzt und auch dafür gekämpft, dass es den armen Menschen besser ging.
Erste BundeskanzlerinInzwischen ist bei der Gleichberechtigung von Frauen und Männern vieles erreicht worden. Im
Deutschen Bundestag stellen Frauen fast ein Drittel aller Abgeordneten, Frauen haben Ministerposten, in den
Parteien haben sie mehr als nur ein Wort mitzureden. Und jetzt haben wir sogar schon die ersten Kanzlerinnen: in
Deutschland Bundeskanzlerin Angela Merkel und in HanisauLand Bärbel Breitfuß!