Am
4. November 2008 wird in den
USA ein neuer
Präsident gewählt. Wer gegeneinander antreten wird, steht noch nicht fest. Das müssen erst noch die
Wählerinnen und Wähler in jedem einzelnen
Bundesstaat entscheiden. Dort finden überall Vorwahlen statt, an deren Ende schließlich sowohl die Demokraten als auch die Republikaner ihre
Kandidatin oder ihren Kandidaten für die Nachfolge von Präsident George W. Bush ermittelt haben.
Ein super Dienstag?Ein ganz wichtiger Tag für die Amerikaner ist der heutige Tag. Er wird auch "Super-
Tuesday", also "Super-
Dienstag" genannt. Denn an diesem Dienstag stimmen gleich in
24 Bundesstaaten die Menschen für ihren Wunschkandidaten ab.
Wer hat Chancen?Folgende Kandidaten haben die besten Aussichten, Kandidat/in ihrer
Partei zum 44. Präsident der USA zu werden: Bei den Demokraten sind das Hillary Clinton,
Senatorin von New York und Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton,
Barack Obama, der der erste farbige Präsident sein würde, sowie John Edwards. Bei den Republikanern rechnen sich Mike Huckabee, Rudolph Giuliani, der ehemalige
Bürgermeister von New York, und John McCain gute Chancen aus.
Wie wird gewählt? Wenn sich sowohl Demokraten und Republikaner auf einen Kandidaten geeinigt haben, kommt es zu Entscheidung zwischen den beiden. Anders, als viele meinen, wird der Präsident in den USA aber nicht direkt gewählt. Gewählt wird er indirekt, d.h. über Wahlmänner (und Wahlfrauen). Wie funktioniert das genau?
Die Wahlmänner und -frauenIn den Vorwahlen, die jetzt stattfinden, werden in jedem der 50 Bundesstaaten die Wahlmänner bestimmt. (Es gibt natürlich auch Wahlfrauen, aber das altmodische Wort "Wahlmänner" ist noch nicht geändert worden). Diese Wahlmänner geben dann ihre Stimme nach der Wahl am 4. November für einen der beiden Präsidentschaftskandidaten ab. Jeder Bundesstaat hat eine festgelegte Anzahl an Wahlmännern: Die Zahl entspricht genau der Anzahl an Senatoren und
Abgeordneten, die dieser Bundesstaat an Senatoren und Abgeordneten im Kongress (der amerikanischen Volksvertretung) hat. Diese Wahlmänner können aber nicht frei entscheiden, wen sie wählen. Sie müssen vielmehr ihre Stimme demjenigen geben, der am 4. November von den
Bürgerinnen und Bürger ihres Bundesstaates die
Mehrheit erhalten hat.
Wahlen in den einzelnen StaatenAm 4. November können alle Wahlberechtigten ihre Stimme für den
demokratischen oder den
republikanischen Kandidaten abgeben. Um aber überhaupt am 4. November abstimmen zu können, müssen sich alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger "registrieren" lassen. Sie müssen also schon vorher kundtun, dass sie wählen gehen wollen, damit sie in eine Wählerliste aufgenommen werden. Die Wählerstimmen werden ausgezählt und dann steht fest, welcher Kandidat in dem Bundesstaaten die Mehrheit hat.
Alle für den GewinnerUnd dann sind die Wahlmänner an der Reihe: Alle(!) Wahlmänner eines Bundesstaates müssen denjenigen wählen, der in ihrem Bundesstaat die Mehrheit bekommen hat. Dabei ist nur die Mehrheit entscheidend. Wenn z.B. im Florida 52% den demokratischen Kandidaten und 48% den republikanischen Kandidaten wählen, gehen alle Stimmen aus Florida an den Demokraten; Wenn in Ohio dann der Republikaner 55% und der Demokrat nur 45% erhält, gehen alle Stimmen aus Ohio an den Republikaner. Entscheidend ist also immer die Mehrheit in den Bundesstaaten (und nicht die Mehrheit aller Stimmen in den gesamten USA). Deshalb leuchten auch im amerikanischen Fernsehen bei der Stimmenauszählung auf den großen Bildschirmen die Bundesstaaten auf, die für einen Kandidaten sind, und nicht irgendwelche Prozentzahlen wie bei unseren Wahlen.
Ein sehr altes SystemDas amerikanische Wahlsystem stammt übrigens aus dem Jahre 1789. Es ist also schon sehr alt und viele wollen es verändern. Seit 1968 gibt es deshalb Bestrebungen, das
Wahlsystem zu erneuern, bisher allerdings ohne Erfolg.