Heute vor 47 Jahren, am 10. April 1961, traten die ersten 340 Zivildienstleistenden ihren Dienst an. Doch was waren Zivildienstleistende – kurz Zivis – überhaupt und welche Arbeiten erledigten sie? Und was hatte das mit dem
Wehrdienst zu tun?
Wehrpflicht In der
Bundesrepublik Deutschland hat man 1956 die Wehrpflicht eingeführt. Das bedeutete, dass von da an junge Männer für eine bestimmte Zeit in der
Bundeswehr dienen und notfalls auch das Land verteidigen mussten. Als wehrpflichtig galten Männer zwischen 18 und 28 Jahren. Bei der sogenannten Musterung wurde medizinisch geprüft, ob die Männer gesundheitlich geeignet sind, Wehrdienst zu leisten.
Niemand durfte gezwungen werdenAls noch junge Männer zum Wehrdienst einberufen wurden, galt: Wer aus Gewissensgründen nicht den Umgang mit der Waffe lernen wollte, durfte dazu nicht gezwungen werden. Das steht in unserem
Grundgesetz. Dort heißt es, dass niemand gegen sein Gewissen den Dienst an der Waffe antreten muss. Wer aber keinen Kriegsdienst leisten wollte, musste dafür etwas anderes machen. Diesen Dienst nannte man Ersatzdienst.
Zum Wohl der Allgemeinheit
Zwei Zivildienstleistende tragen in einer Einrichtung für krebskranke Kinder in Frankfurt am Main den Rollstuhl eines Mädchens.
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Der Ersatzdienst oder auch Zivildienst sollte dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Deshalb gingen die Zivis meist sozialen Tätigkeiten nach. Sie arbeiteten in Einrichtungen wie Krankenhäusern, Altenpflegeheimen oder Kindertagesstätten und betreuten dort hilfsbedürftige Menschen. Sie kamen auch beim Krankentransport zum Einsatz und mussten manchmal auch gärtnerische oder handwerkliche Tätigkeiten ausführen. Manche Zivis trugen zum
Umweltschutz bei; sie waren im Naturschutz, Arten-
oder Denkmalschutz tätig. Die Arbeit von Zivildienstleistenden war also sehr wichtig für die
Gesellschaft und viele hilfsbedürftige Menschen waren dankbar für die Unterstützung.
Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011Die letzten wehrpflichtigen Männer sind im Januar 2011 zum Dienst angetreten. Denn am 15. Dezember 2010 wurde durch das
Bundeskabinett eine Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 beschlossen wurde. Seitdem werden in Deutschland also (vorerst) keine neuen wehrpflichtigen jungen Männer mehr einberufen. Als Folgen dessen gibt es auch keinen Ersatzdienst mehr.
Freiwillig helfenAnstelle des Zivildienstes gibt es heute den Bundesfreiwilligendienst, kurz: BFD. Er soll den Zivildienst ersetzen. Auf die Freiwilligen warten dann ähnliche Aufgaben, wie die, die früher die Zivis erledigt haben. Daneben gibt es auch Einsatzmöglichkeiten in Bereichen wie Sport,
Integration oder
Kultur. Dauern soll der Freiwilligendienst mindestens ein halbes Jahr und kann maximal auf bis zu zwei Jahre verlängert werden.
Bundesfreiwilligendienst – kann das jeder machen? Ja! Die einzige Voraussetzung ist, dass man die Pflichtschulzeit gemacht haben muss. Danach kann sich jeder melden, egal ob 19 oder 91 Jahre alt, Mädchen oder Junge, Deutsche/r oder
Ausländer/in.