Es soll wieder mehr gelesen werden! So ähnlich war wohl das Motto der Buchhändler, die sich kurz nach der Gründung der
Bundesrepublik Deutschland in Frankfurt zur ersten Buchmesse zusammenfanden. Sie wollten dort Literatur vorstellen, von der man in Deutschland lange nichts gehört hatte – denn unter den
Nationalsozialisten gab es keinen freien Buchmarkt.
Die Leselust geht umEs kamen mehr als 200 Buchhändler, dazu internationale Verlage, die auf dieser Handelsmesse ihr Sortiment der Öffentlichkeit präsentierten. Es war eine erfolgreiche Veranstaltung – und zwar in vielerlei Hinsicht. Sowohl die Buchhändler und Verlage haben einen guten finanziellen Erfolg gehabt, aber auch die interessierte Öffentlichkeit zeigte sich sehr angetan. In den
Zeitungen wurde über die Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt berichtet, es war deutlich spürbar – die Menschen wollten wieder lesen, sich selbst ein
Urteil über Schriftstellerinnen und Schriftsteller bilden, eigene Erfahrungen mit Literatur machen. Ein Jahr später wurde erstmals der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels vergeben. Es sollte ein Zeichen der Versöhnung Deutschlands mit der Welt nach den Gräueltaten der Nationalsozialisten sein.
Einen Besuch wert
Besucher laufen im Jahr 2008 am Logo der 60. Frankfurter Buchmesse vorbei.
© AP Photos
Heute ist die
Frankfurter Buchmesse, die regelmäßig im Oktober stattfindet, die größte Buchmesse der Welt. Und jeder, der sich für Bücher interessiert, kann diese Messe besuchen und in den Angeboten der Verlage stö
bern. In bequemen Schuhen und mit genügend Ausdauer im Gepäck ist ein Besuch der Buchmesse ein echtes Vergnügen! Aus einer kleinen regionalen Initiative hessischer Verleger und Buchhändler war die größte Buchmesse der Welt erwachsen.