Das Amt und die KandidatenAm 4. November 2008 wählen die
Bürgerinnen und Bürger in den
USA einen neuen
Präsidenten. Es wird der 44. Präsident der USA sein. Der neue Präsident wird der Nachfolger des jetzigen Präsidenten George W. Bush. Bush ist bereits zwei Mal zum Präsidenten der USA gewählt worden und darf daher kein drittes Mal antreten.
Es kandidieren jetzt John McCain und
Barack Obama für die beiden großen
Parteien: die Demokraten und die Republikaner. Außerdem gibt es eine Reihe unabhängiger Kandidaten, aber diese haben keine wirkliche Chance auf Erfolg.
John McCainJohn McCain ist der Kandidat der
Republikanischen Partei. Er wurde 1936 geboren. McCain hat schon viel Erfahrung in der
Politik. Er ist seit 1987
Senator im US-
amerikanischen
Bundesstaat Arizona.
Barack ObamaBarack Obama ist der Kandidat der
Demokratischen Partei. Er wurde 1961 geboren und ist damit viel jünger als McCain. Seit 2005 ist Obama Senator im US-
amerikanischen Bundesstaat Illinois. Er wäre der erste farbige Präsident der USA.
Die Kandidaten Barack Obama (links) und John McCain
© AP Photos
Das amerikanische Wahlsystem
Anders, als viele meinen, wird der Präsident in den USA nicht direkt gewählt. Gewählt wird er indirekt, d.h. über Wahlmänner (und Wahlfrauen). Wie funktioniert das genau?
Die VorwahlenIn Vorwahlen – die schon Anfang des Jahres stattgefunden haben – werden in jedem der 50 Bundesstaaten die Wahlmänner bestimmt. (Es gibt natürlich auch Wahlfrauen, aber das altmodische Wort "Wahlmänner" ist noch nicht geändert worden). Diese Wahlmänner geben dann ihre Stimme nach der
Wahl am 4. November für einen der beiden Präsidentschaftskandidaten ab.
Wahlmänner und -frauenJeder Bundesstaat hat eine festgelegte Anzahl an Wahlmännern: Die Zahl entspricht genau der Anzahl an Senatoren und
Abgeordneten, die dieser Bundesstaat an Senatoren und Abgeordneten im Kongress (der amerikanischen Volksvertretung) hat. Diese Wahlmänner können aber nicht frei entscheiden, wen sie wählen. Sie müssen vielmehr ihre Stimme demjenigen geben, der am 4. November von den Bürgerinnen und Bürger ihres Bundesstaates die
Mehrheit erhalten hat.
Erst wählt das Volk…
Das Weiße Haus in Washington, D.C.: Amtssitz und offizielle Residenz des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
© Tanja Nelles
Am 4. November können alle Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben und entscheiden, wer ins "Weiße Haus" einziehen soll. Um aber überhaupt am 4. November abstimmen zu können, müssen sich alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger "registrieren" lassen. Sie müssen also schon vorher kundtun, dass sie wählen gehen wollen, damit sie in eine Wählerliste aufgenommen werden. Dann können sie ihre Stimme abgeben. Die Wählerstimmen werden ausgezählt und dann steht fest, welcher Kandidat in dem Bundesstaat die Mehrheit hat.
…dann die WahlmännerUnd dann sind die Wahlmänner an der Reihe: Alle(!) Wahlmänner eines Bundesstaates müssen denjenigen wählen, der in ihrem Bundesstaat die Mehrheit bekommen hat. Dabei ist nur die Mehrheit entscheidend. Wenn z.B. im Florida 52% für McCain und 48% für Obama wählen, gehen alle Stimmen aus Florida an McCain. Entscheidend ist also immer die Mehrheit in den Bundesstaaten (und nicht die Mehrheit aller Stimmen in den gesamten USA). Deshalb leuchten auch im amerikanischen Fernsehen bei der Stimmenauszählung auf den großen Bildschirmen die Bundesstaaten auf, die für einen Kandidaten sind, und nicht irgendwelche Prozentzahlen wie bei unseren Wahlen.
Ein sehr altes SystemDas amerikanische Wahlsystem stammt übrigens aus dem Jahre 1789. Es ist also schon sehr alt und wie viele wollen es verändern. Seit 1968 gibt es Bestrebungen, das
Wahlsystem zu erneuern, bisher allerdings ohne Erfolg.