Geburtsstunde der EUWenn Länder sehr eng zusammenarbeiten wollen, möchten sie das oft auch schriftlich in einem
Vertrag festhalten. So war es auch bei einigen Ländern
Europas. Sie unterzeichneten am 7. Februar 1992, also heute vor 17 Jahren, den Vertrag über die
Europäische Union (EU). Dieser Vertrag und sein Inkrafttreten gelten als Beginn der EU.
Ein Vertrag mit zwei NamenDer Vertrag über die Europäische Union heißt auch Maastrichter Vertrag, da er in der niederländischen Stadt Maastricht entstanden ist. Dort kamen im Dezember 1991 die Staats-
und Regierungschefs der Mitgliedsländer der Europäischen Gemeinschaft (EG) zusammen, um sich auf eine noch engere Zusammenarbeit zu einigen. Am 7. Februar 1992 wurde der Vertrag unterschrieben und am 01. November 1993 ist er in Kraft getreten.
Was steht drin?Der Vertrag von Maastricht besiegelt die Gründung der Europäischen Union. Darin sind die Spielregeln der EU festgelegt sowie die Rechte und Pflichten der Mitgliedsländer. Die
Staaten, die sich in der EU zusammengeschlossen haben, wollen in vielen
politischen,
wirtschaftlichen und sozialen Fragen zusammenarbeiten. Sie wollen gemeinsam dafür sorgen, dass der Wohlstand in Europa gesichert wird und die Menschen in
Frieden leben können. Alle Staaten in der Gemeinschaft sind aber immer noch selbstständige Staaten und haben eigene
Regierungen.
Grenzenloser Handel und gemeinsame PolitikMit dem Maastrichter Vertrag wurde beschlossen, dass die
Bürgerinnen und Bürger der Mitgliedsländer frei und ohne Grenzen und
Zölle innerhalb der EU Handel treiben dürfen. Grenzübergreifender Handel wird durch eine gemeinschaftliche
Währung erleichtert. Mit dem Maastrichter Vertrag wurden deshalb auch die Wurzeln für unsere gemeinsame Währung, den Euro, gelegt. Im politischen Bereich einigte man sich unter anderem auf eine eigene europäische
Gesetzgebung und die Gründung neuer europäischer Behörden wie den
Rat der Europäischen Union.
Ziele und Perspektiven Der Maastrichter Vertrag hatte das Ziel, eine engere Zusammenarbeit der Länder der EU zu ermöglichen. Die EU beschloss auch, weiterhin offen zu bleiben für neue Mitglieder und ist seit ihrer Gründung auf 27 Mitglieder angewachsen. Der Euro als gemeinsame Währung ist längst Realität und befindet sich heute ganz selbstverständlich in unseren Portemonnaies.