Ein riesiger Eisbrocken ist von einem Eisfeld etwa tausend Kilometer südlich des Nordpols vor Grönland abgebrochen. Zum ersten Mal zeigten Satellitenaufnahmen am 5. August eine Bruchlinie am "Petermann-
Gletscher", benannt nach dem deutschen Geologen August Petermann (1822-
1878). Heute brach ein gewaltiger Eisberg ab. Er soll etwa halb so groß wie der Bodensee oder, so ein anderer Vergleich, zweieinhalb mal so groß wie die Insel Sylt sein. Der Koloss ist schätzungsweise zweihundert Meter dick, davon ragt ein Berg von der Höhe eines fünfstöckigen Hauses aus dem Wasser.
"Kalbende" GletscherDass ein Gletscher "kalbt", wie es in der Fachsprache heißt, kommt jeden Sommer vor und ist nicht ungewöhnlich. Doch der Abbruch eines so großen Eisberges geschah in der Arktis zuletzt 1962. Viele Wissenschaftler beobachten den Petermann-
Gletscher schon seit Jahren. Sie sind der Meinung, dass die ständigen Abbrüche und damit das Schmelzen des Gletschers auf den
Klimawandel und die zunehmende Erderwärmung hindeuten.
Das weitere Schicksal des jüngsten Riesen-
Eisberges, so der Wissenschaftler Andreas Münchow von der Delaware-
Universität, werden wahrscheinlich Zusammenstöße mit anderen Eisbergen in der Meerenge zwischen Grönland und
Kanada sein und dabei wird er in kleinere Stücke zerbrechen.