Dienstag, 4. Juni 2013
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!
Dieses Gedicht, von dem viele von euch in der Schule sicherlich einmal gehört haben (oder es vielleicht noch hören werdet) stammt von
Eduard Mörike, der am 08.09.1804 in Ludwigsburg geboren wurde.
Der Poesie gehörte sein HerzNach seiner Schulzeit an einem Stuttgarter Gymnasium studierte Mörike in Tübingen evangelische Theologie und wurde Pfarrer. Doch richtig glücklich war er in diesem Beruf nicht. Ihm lag es nicht zu predigen, andere Menschen von der Kanzel aus anzusprechen. Er liebte es eher, auf seine Weise zu den Menschen zu sprechen – in Gedichten, in seiner Poesie. Mörike musste aus Krankheitsgründen seinen Beruf mit 39 Jahren aufgeben und konnte sich dann mit ganzem Herzen der Literatur zuwenden. Er wurde Lehrer für Literatur und Hofrat.
Stimmungsvolle und ausdrucksstarke GedichteIn seinen wunderschönen, oft sehr romantischen Gedichten pries er unter anderem die Schönheiten seiner schwäbischen Heimat an. Die Natur, aber auch sehr weltliche Dinge, wie die -
damals -
neuen Eisenbahnen, bedichtete er. Er verstand es in besonderer Weise, Stimmungen – Freude, Leid, Hoffnung, Sehnsucht – in seinen poetischen Werken zum Ausdruck zu bringen. Eduard Mörike starb heute vor 137 Jahren in Stuttgart und wurde dort auf dem Pragfriedhof begraben.