Heute vor 70 Jahren wagten die
Juden im sogenannten „Warschauer Getto“ den Aufstand. Für fast alle von ihnen endete die Aktion tödlich.
Was war geschehen? In der
polnischen Hauptstadt Warschau hatten zu Beginn des
Zweiten Weltkrieges sehr viele Juden gelebt. Für diese Juden war Warschau seit vielen Jahrhunderten ihre Heimat und sie haben sich dort sehr wohl gefühlt. Doch als die deutschen
Nationalsozialisten 1939 Polen besetzten, gingen sie -
wie in
Deutschland – sehr brutal gegen die jüdische
Bevölkerung vor.
Menschenverachtende Zustände Als erstes errichteten die Nazis im Oktober 1940 in Warschau eine hohe Mauer und sperrten ungefähr 500.000 Juden auf rund 4 Quadratkilometern ein*. Jeder Tag war ein Kampf ums Überleben. Die Nahrungsmittel wurden so knapp gehalten, dass die Menschen ganz schwach und entkräftet wurden, viele verhungerten sogar. Seuchen breiteten sich aus. Besonders schlimm war, dass die Nationalsozialisten einen Judenrat ernannten, welcher aus ausgewählten Mitgliedern der jüdischen
Gemeinde bestand. Diese mussten dafür sorgen, dass im Getto Ordnung herrschte. Ihre grausamste Pflicht aber war, dass sie Personen auswählen mussten, die dann in Vernichtungslager abtransportiert wurden. Rund 300.000 Personen verloren so ihr Leben.
Verzweifelter Aufstand
Deutsche Soldaten bedrohen Juden im Warschauer Getto.
© AP Photos
In ihrer Verzweiflung beschlossen die verbliebenen Gettobewohner den Aufstand. Es war von Anfang an klar, dass ihr
Widerstand keine Chance haben konnte. Der mutige, wenn auch aussichtlose Kampf, begann am 19. April 1943 und dauerte bis zum 16. Mai 1943. So lange konnten die schlecht bewaffneten, entkräfteten Juden, unter ihnen auch viele Frauen, den Kampftruppen der SS Widerstand leisten.
Sieg der Nationalsozialisten
Nach der Zerstörung Warschaus durch deutsche Truppen 1943 werden jüdische Kinder, Frauen und Männer aus der Stadt getrieben.
© AP Photos
Nach 27 Tagen schlugen die Nationalsozialisten den Aufstand nieder und töteten fast alle verbliebenen Juden vor Ort oder in Vernichtungslagern. Nur ganz wenige konnten sich retten. Das Getto wurde nun endgültig aufgelöst und ging schließlich in Flammen auf. Als Zeichen ihres Sieges sprengten die Nationalsozialisten zum Schluss noch die große jüdische Synagoge in die Luft.
* Zum Vergleich: In
Köln leben ungefähr eine Millionen Menschen auf 405 Quadratkilometern.