Die Geschichte, die wir euch heute erzählen, endete genau vor 64 Jahren. Der
Zweite Weltkrieg war vorbei, der “Kalte
Krieg” hatte begonnen.
Deutschland in West und Ost geteiltDie West
zonen des besetzten Deutschlands standen unter der Kontrolle der
Amerikaner,
Briten und
Franzosen, der östliche Teil Deutschlands – die spätere
DDR – war sowjetische Besatzungszone. Mitten in dieser Zone lag
Berlin, aufgeteilt in vier
Sektoren, von denen jeder von einer Siegermacht verwaltet wurde. Der Wunsch, Berlin gemeinsam mit allen Siegermächten zu verwalten, war schnell ausgeträumt. Berlin wurde vielmehr für die nächsten Jahrzehnte Schauplatz eines Kräftemessens zwischen den beiden Machtblöcken – dem westlichen Bündnis, angeführt durch die USA, und dem Ostblock, der von der
Sowjetunion geleitet wurde.
Von der Versorgung abgeschnitten Da Berlin mitten in der sowjetischen Zone lag, waren die Menschen darauf angewiesen, dass alles, was sie brauchten, aber nicht selbst herstellen konnten, mit Zügen, Lastwagen oder Autos zu ihnen gebracht wurde, das heißt durch das Gebiet gefahren wurde, das unter sowjetischer
Verwaltung stand. In der Nacht vom 24. Juni 1948 war es damit dann vorbei. Die Sowjetunion hatte sämtliche Zugangswege zu Land und zu Wasser zwischen den Westzonen und den Westsektoren Berlins blockiert und die mehr als 2 Millionen Einwohner Westberlins waren von jeder Nahrungszufuhr abgeschlossen. Wie sollte das gehen, wie sollten die Menschen überleben?
Rettung aus der Luft
Die Transportmaschine von US-Pilot Gail Halvorsen beim Anflug auf Berlin. Der Pilot hatte an kleine Taschentuch-Fallschirme Süßigkeiten angebunden, die er für die Kinder abwarf. Er wurde deshalb auch der 'Candyman' genannt.
© AP Photos
Wenn nicht über Land, dann eben durch die Luft – das mögen sich die Amerikaner gedacht haben, als sie mit der “
Luftbrücke” auf die Blockade Berlins antworteten. Und bis zum 12. Mai 1949 wurde diese Riesenstadt aus der Luft versorgt mit allem, was benötigt wurde: Babynahrung, Windeln, Zucker, Mehl, Medikamente. Alles wurde per Flugzeug transportiert, manchmal starteten und landeten die Maschinen im Minutentakt. Oft warteten die Kinder sehnsüchtig auf die Flieger, die – um ihnen eine Freude zu machen – manchmal Süßigkeiten abwarfen, die dann begierig aufgesammelt wurden. Nicht umsonst war der Spitzname dieser Flugzeuge „
Rosinenbomber“. In Berlin gibt es ein
Denkmal, das an die Luftbrücke erinnert – ganz in der Nähe vom Flughafen Tempelhof.