Nicht nur allen Frankfurtern ist der Name Bernhard Grzimek ein Begriff, weil er untrennbar mit dem dortigen Zoo verbunden ist. Auch deine Eltern kennen ihn bestimmt aus dem Fernsehen.
„Ein Platz für Tiere“Bernhard Grzimek erfand und moderierte den TV-
Klassiker „Ein Platz für Tiere“. In dieser Sendung, die in den 1960er und 1970er Jahren in der
ARD ausgestrahlt wurde, stellte er in 175 Folgen exotische Tiere vor. Außerdem warb er unermüdlich für den
Naturschutz in Afrika und sammelte Spenden in Höhe von 15 Millionen Euro.
Natur- und TierfreundSeine Liebe für Tiere und Natur entdeckte Grzimek sehr früh. Schon als Zehnjähriger begann er im Garten der Eltern Hühner zu züchten. Sein Zoologie-
und Tierarztstudium finanzierte er sich durch die Leitung einer Hühnerfarm und eines landwirtschaftlichen Betriebs für Gemüse. Als Tierarzt erforschte er vor allem die Verhaltensweisen der Tiere.
Rettung des Frankfurter ZoosKurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs verschlug es Bernhard Grzimek nach Frankfurt am Main. Der Anblick des zerstörten Frankfurter Zoos änderte sein Leben gewaltig. Grzimek kümmerte sich um die Tiere und setzte sich für den Wiederaufbau des Zoos ein. Am
1. Mai 1945 wurde er Direktor des Zoos. Um den Tierbestand des Zoos zu vergrößern und die Haltungsbedingungen der Tiere zu verbessern, unternahm Grzimek zahlreiche Forschungsreisen in die ganze Welt.
Weltweites Engagement für die Tierwelt
Bernhard Grzimek besucht 1980 den Kabalega National Park in Uganda.
© AP Photos
Von der Natur Afrikas und deren Wildtieren war er besonders angetan. Seine Eindrücke schrieb er in dem Buch „Kein Platz für wilde Tiere“ nieder, das sogar von
Walt Disney verfilmt wurde. Die Einnahmen des Films stellte er dem Tansania Nationalpark zu Verfügung. Sein Engagement für die Tierwelt ging weiter: In dem „Fliegenden Zebra“, einem einmotorigen, in Zebrastreifen lackierten Flugzeug, zählte er die Wildbestände Ostafrikas und beobachtete die Tierwanderungen. Der Film „Serengeti darf nicht sterben“ war das Ergebnis dieser Forschungen und gewann 1959 sogar einen Oscar.
Lebensaufgabe Tier- und NaturschutzBernhard Grzimek hat sich immer mit aller Energie dem Tier-
und Naturschutz gewidmet: Als Zoodirektor (bis 1974), Filmemacher, Schriftsteller (das mehrbändige Tierlexikon „Grzimeks Tierleben“), Fernsehmoderator,
Politiker* und
Präsident der Zoologischen
Gesellschaft Frankfurt. Am 13. März 1987 starb Grzimek während einer Zirkusvorstellung an Herzversagen.
* Er war in den 1970er Jahren Bundesbeauftragter für Naturschutz. Er trat aber von diesem
Amt zurück, als er merkte, dass er als Politiker nicht viel bewirken konnte