Kriegerin und HeiligeJeanne d'Arc, auch bekannt als Johanna von Orleans, ist eine
französische Nationalheldin und Heilige. Geboren wurde sie am 6. Januar 1412, also heute vor 601 Jahren, in einem kleinen Ort in Lothringen als Tochter eines reichen Bauern. Als Jeanne 13 Jahre alt war, so die Legende, seien ihr in Visionen zum ersten Mal Heilige und Engel erschienen. Das junge Mädchen soll die göttliche Berufung erhalten haben, Frankreich von den Engländern zu befreien. Dazu muss man wissen, dass zu dieser Zeit der Hundertjährige
Krieg wütete.
England versuchte Frankreich zu erobern und hatte bereits weite Landesteile in seiner
Gewalt.
Befreiung von OrléansDie Stadt Orléans wurde zu jener Zeit belagert von den englischen Truppen. Jeanne D’Arc folgte ihrer Berufung und zog in die Stadt Chinon, in der sich der „Dauphin“, das war der französische Thronerbe Karl VII., aufhielt. Um auf ihrer Reise nicht aufzufallen , trug die junge Frau Männerkleidung und kurze Haare. Sie schaffte es, vom Thronerben empfangen zu werden und ihn von der Reinheit ihres Glaubens zu überzeugen. Sie sagte ihm die Rettung Frankreichs voraus und versicherte ihm, dass er zum neuen
König von Frankreich gekrönt werden würde. Erst wollte Karl VII. der jungen Frau nicht glauben. Irgendwie gelang es Jeanne aber doch, ihn von ihrer
Mission zu überzeugen. Karl VII. rüstete sie mit einigen
Soldaten aus, mit denen sie sich bis in die belagerte Stadt Orléans vorkämpfen sollte. Am 29. April 1429 zog Jeanne in die Stadt ein. Das gab den belagerten Menschen so viel neuen Mut, dass sie alle Kräfte zusammennahmen und die englischen Soldaten am 8. Mai 1429 erfolgreich zurückdrängten. Dieser Triumph läutete eine Wende im Krieg ein und Frankreich gewann an Boden zurück.
Jeanne D'Arc bei der Krönung Karls VII, Gemälde von Jean Auguste Dominique Ingres
Die KönigskrönungFür viele Menschen war der Sieg in Orléans ein Zeichen von Jeannes göttlichem Auftrag. Karl VII. vertraute ihr so sehr, dass er sich auf ihren Rat hin auf die gefährliche Reise in die Stadt Reims machte. Dort ging auch Jeannes zweite Voraussage in Erfüllung: Karl VII. wurde zum neuen König von Frankreich gekrönt. Bei der Krönungszeremonie saß Jeanne in der ersten Reihe, doch danach ging der neue König auf Abstand zu ihr. Jeanne war nun auf sich allein gestellt, den Befreiungskampf um Frankreich zu Ende zu führen. Gerade hatten die Engländer Paris erobert und Jeanne war entschlossen, die Stadt zurückzugewinnen.
Gefangenschaft und TodIm März 1430 geriet Jeanne vermutlich durch Verrat in die Hände der Burgunder. Die Burgunder verkauften sie für 10000 Franken an England. Die Engländer klagten sie der Ketzerei an und warfen ihr vor, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, Männerkleidung zu tragen und einen kurzen Haarschnitt zu haben. Jeanne galt daraufhin für viele als
Hexe. Auch König Karl VII. wollte nicht mehr mit ihr in Verbindung gebracht werden und versuchte nicht, sie zu retten. Am 30. Mai 1431 wurde Jeanne auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Stoff für die Weltliteratur Jeanne wurde nach ihrem Tod nicht nur heiliggesprochen, etliche große Schriftsteller verarbeiteten ihre Geschichte in Romanen, Theaterstücken oder Gesängen. Heute gibt es auch zahlreiche Filme über das Leben dieser besonderen Frau.