Samstag, 9. November 2013
Die Berliner Mauer, erbaut am 13. August 1961
Bundesbildstelle
Heute vor 24 Jahren, am
9. November 1989, schien es zunächst in Deutschland ein relativ normaler Tag zu werden. Doch dann geschah am Abend etwas, was wohl die meisten Menschen für unvorstellbar gehalten hatten: die Mauer, die 28 Jahre lang West-
und Ost-
Berlin teilte, fiel. Und damit auch die
Grenze, die quer durch das Land die
Bundesrepublik Deutschland und die
DDR geteilt hatte.
Demonstrieren für die FreiheitWas war passiert? In der DDR hatte es im
Herbst politische Unruhen gegeben. In großen
Demonstrationen hatten die Menschen im Osten Deutschlands Freiheit gefordert. Tausende von DDR-
Bürgern hatten ihr Land über
Ungarn fluchtartig verlassen. Sie hofften, von dort aus in den Westen ausreisen zu können. Und tatsächlich öffnete Ungarn für die
Flüchtlinge seine Grenze. Der Druck auf die
Regierung der DDR war also groß. Die
Sowjetunion, die in den vorangegangenen Jahren die DDR-
Führung gestützt hatte, hatte selbst
Reformen eingeführt. Und sie hatte deutlich gemacht, dass sich auch in der DDR einiges ändern müsse. So war im Oktober 1989 der Staats und Parteichef der DDR, Erich Honecker, zum Rücktritt gezwungen worden. Die neuen Machthaber in der DDR wollten dem Druck der Straße zunächst etwas nachgeben. Eine neue "Reiseverordnung" sollte den DDR-
Bürger die Möglichkeit geben, ihren
Staat problemlos zu verlassen.
Die Mauer ist offen
Friedliche Demonstrationen gab es im Herbst 1989 überall in der DDR. Hier eine "Montagsdemonstration" in Leipzig im Oktober 1989
© picture-alliance / ZB
Am Abend des 9. November verkündete Günter Schabowski, der Ost-
Berliner Bezirkssekretär der
Partei SED, in einer Pressekonferenz, dass ab sofort jeder Bürger der DDR die Möglichkeit habe, aus der DDR auszureisen. Diese Nachricht, die eigentlich erst am 10. November verkündet werden sollte, ging sofort um die Welt: "Die Mauer ist geöffnet". Der Anfang vom Ende der DDR war da.
Erster Schritt zur Einheit
Berliner Mauer
© Stefan Eling
Sogleich machten sich die ersten Ost-
Berliner auf zur Grenze, um nach West-
Berlin zu kommen. Weil der Ansturm der Menschen an den Grenzübergängen immer größer wurde, beschloss die DDR-
Führung, entgegen ihrer ursprünglichen Planung, die Grenzübergänge bereits in der Nacht zu öffnen. Kurz nach Mitternacht wurden auch alle anderen Grenzübergänge zur Bundesrepublik Deutschland frei. Der Weg zur Deutschen Einheit war eingeschlagen.
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