"Apartheid" nannte man das
politische System der Rassentrennung in Südafrika in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Menschen des Landes wurden dabei in acht verschiedene Gruppen oder Rassen, je nach ihrer Hautfarbe, eingeteilt. Obwohl die überwiegende
Mehrheit der Menschen Schwarzafrikaner waren, hatten nur die Weißen das politische Sagen. Ihnen gehörten auch die großen Wirtschaftsbetriebe, die Banken und die besten Böden für den Ackerbau. Schwarze
Südafrikaner, die sich das nicht gefallen lassen wollten, wurden von der
Polizei verfolgt und eingesperrt. Doch sie gaben nicht auf und forderten immer wieder die
Gleichberechtigung in ihrem Land. Auch im Ausland gab es heftigen
Widerstand gegen die Rassenpolitik der weißen Herrscher in Südafrika. 1973 wurde die Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit geächtet, 1974 wurde Südafrika wegen seiner Rassenpolitik sogar aus der
UNO-
Generalversammlung ausgeschlossen. Die Apartheid wurde Anfang der 1990er Jahre aufgehoben, Im Jahr 1994 ließ die
Regierung in Südafrika endlich freie
Wahlen zu, an denen erstmals alle Südafrikaner, unabhängig von ihrer Hautfarbe, teilnehmen konnten.
Der berühmteste schwarze Kämpfer gegen die Apartheid war
Nelson Mandela. Er wurde wegen seines Widerstand auf einer Insel vor Kapstadt gefangen gehalten und erst nach 27 Jahren
Haft, im Jahr 1990 freigelassen. 1993 erhielt er den
Friedensnobelpreis, 1994 wurde Mandela zum ersten schwarz-
afrikanischen
Präsidenten Südafrikas gewählt.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid