Der Arbeitsmarkt ist kein Platz, den man sehen oder besuchen kann wie einen Gemüse-
oder Jahrmarkt. Man bezeichnet damit einen "virtuellen", also unsichtbaren und nur vorgestellten Ort, auf dem die Nachfrage und das Angebot von Arbeitskräften zusammentreffen. Wenn zum Beispiel in einem bestimmten Industriezweig, sagen wir auf dem Bau, Arbeiter und Ingenieurinnen gebraucht werden, versuchen die Firmen über die
Agentur für Arbeit oder durch Stellenanzeigen die richtigen Leute zu finden. Auf dem Arbeitsmarkt wird auch über die Höhe der Löhne und Gehälter verhandelt und über die Arbeitsbedingungen. Damit nicht jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer alleine über den
Lohn oder die Arbeitszeit oder auch die Zahl der Urlaubstage verhandeln muss, haben sich viele Arbeitnehmer in
Gewerkschaften zusammengeschlossen, die ihre Interessen vertreten. Für unser Beispiel Bauindustrie wäre das die Gewerkschaft IG BAU (Industriegewerkschaft Bau Agrar Umwelt). So wie die Arbeitnehmer sich in den Gewerkschaften zusammenschließen, so schließen sich auch die Arbeitgeber in eigenen
Verbänden zusammen. Diese sollen dafür sorgen, dass auf dem Arbeitsmarkt die Interessen der Arbeitgeber berücksichtigt werden.
Mit Arbeitsmarktpolitik werden alle Maßnahmen bezeichnet, die das Angebot und die Nachfrage von Arbeitskräften regeln. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Arbeitslosigkeit entsteht oder -
was auch passieren kann -
dass es einen Mangel an Arbeitskräften gibt. Zur Arbeitsmarktpolitik gehört es auch, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass möglichst viele neue Arbeits-
und Ausbildungsplätze entstehen können.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid