Die Bankenkrise im Jahr 2009 hat dazu geführt, dass viele Menschen ihr Erspartes verloren haben. Manche Banken sind zusammengebrochen, viele
Staaten auf der ganzen Welt haben sehr viel Geld ausgeben, damit nicht noch Schlimmeres passiert. Inzwischen ist deutlich geworden, dass durch die Bankenkrise viele Probleme entstanden sind: Menschen haben ihre Arbeit verloren. Banken haben ernste Schwierigkeiten. Sie sind in schwerer Geldnot und einige sind sogar bankrott. Und der Staat hat viele
Schulden gemacht, um den Banken zu helfen.
Wie konnte es überhaupt so weit kommen?
Wieso gibt es diese Krise ? Angefangen hat alles in den
USA. Dort gab es Probleme mit Krediten für Häuser. Viele Menschen hatten von ihren Banken Geld geliehen, um ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Normalerweise leihen Banken nur Menschen Geld, die es irgendwann auch zurückzahlen können. Aber in den USA wurde das Geld auch sehr armen Menschen geliehen. Trotzdem erwarteten die Banken, dass die Menschen das Geld zurückzahlen würden. Irgendwann. Aber die Preise stiegen, viele Menschen verloren ihre Arbeit, und konnten das geliehene Geld nicht zurückzahlen. Und sie konnten auch nicht die
Zinsen zahlen, also die Gebühr, die die Banken dafür verlangen, dass sie Geld verleihen.
Als die Banken merkten, dass sie das geliehene Geld nicht zurückbekommen würden, haben einige von ihnen die Schulden der armen Menschen an andere Banken weiterverkauft. Dabei wurde viel verschleiert, es wurden hohe Gewinne versprochen und oftmals auch falsche Angaben über den Wert der Häuser gemacht.
Schulden, Schulden, Schulden…Banken auf der ganzen Welt kauften diese Schulden von amerikanischen Banken. Die
Bank-
Manager im Ausland dachten, dass sie damit viel Geld verdienen würden. Denn die Menschen würden ja ihre Schulden mit Zinsen zurückzahlen. Dazu fehlte aber den armen Bankkunden das Geld. So gab es plötzlich einen riesigen, unübersichtlichen Berg von Schulden. Niemand wusste mehr so recht, wer wem was schuldete. In diesem Chaos behielt kaum jemand den völligen Überblick. Doch eines war schnell klar: die Schulden stellten keinen Wert dar, die Banken hatten sich verspekuliert. Jetzt fehlte ihnen das Geld, und die ersten Banken gingen bankrott.
Banken leihen Geld bei anderen BankenFrüher haben sich die Banken, wenn ihnen kurzfristig Geld fehlte, von anderen Banken Geld geliehen. Die Banken, die das Geld verliehen haben, vertrauten darauf, das geliehene Geld plus Zinsen wieder zurückzubekommen. Aber wegen dieser schlechten Geschäfte, die viele amerikanische Banken gemacht haben, vertrauen sich viele Banken nicht mehr untereinander. Und Banken, die kein Geld haben und auch kein Geld geliehen bekommen, „gehen pleite“.
Wenn Banken zahlungsunfähig sind, geraten viele Menschen in
Panik. Sie fürchten, dass ihr Geld verloren geht und dass die Sparbücher nichts mehr wert sind. Aber auch die Wirtschaft wird nervös. Viele Unternehmen wissen nicht, wie sich die
wirtschaftliche Lage in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt und machen sich Sorgen, dass es keine Aufträge mehr gibt. Die Folge ist, dass an den Börsen weltweit die
Aktien sehr stark fallen.
Wie geht es weiter?Noch weiß niemand, wie alles ausgehen wird. Angst hilft aber nicht weiter. Die Staatschefs und -
chefinnen der
Europäischen Union haben sich deshalb dafür entschieden, den Banken Geld zu leihen, damit nicht das ganze Finanzsystem zusammenbricht. Denn das würde für alle schlimm werden. In
Deutschland hat die
Regierung versprochen, dass das Geld der
Bürgerinnen und Bürger auf den Konten sicher ist. Außerdem überlegen die
Politikerinnen und Politiker weltweit, was zu tun ist, damit solche Probleme nicht noch einmal passieren können.
Lest dazu auch das Interview der "Berliner
Zeitung" vom 27.10.2008 mit der HanisauLand-
Lexikonexpertin Christiane Toyka-
Seid:
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
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