Angenommen, der Sportunterricht fällt an eurer Schule für eine ganze Weile aus, weil kein Sportlehrer eingestellt wird. Das passt euch nicht, ihr protestiert, macht ein Spruchband, geht auf den Schulhof und sammelt Unterschriften. Dann habt ihr gegen den Ausfall dieses Unterrichts eine Schülerinitiative gegründet („Initiative“ kommt aus dem Lateinischen und
Französischen und heißt so viel wie „Entschlusskraft“, „Unternehmungsgeist“). Was den Sportunterricht betrifft, sind hier alle einer Meinung. Bei anderen Themen können die Schüler und Schülerinnen aber auch ganz unterschiedlicher Meinung sein.
Ähnlich ist es bei einer Bürgerinitiative.
Bürger, die sonst vielleicht ganz verschiedenen
Parteien angehören oder in vielen Dingen unterschiedliche Interessen haben, schließen sich bei einer bestimmten Sache zusammen, um gemeinsam für oder gegen etwas zu kämpfen. Sie protestieren zum Beispiel gegen ein Atomkraftwerk, gegen eine Autobahn in der Nähe eines Wohngebietes oder sie fordern einen neuen Kindergarten oder einen Sportplatz. Je mehr Menschen bei einer solchen Initiative mitmachen, desto eher wird die Öffentlichkeit aufmerksam und die Chance erhöht sich, dass sich
Politiker für die Sache einsetzen. In
Deutschland sind seit dem Ende der 1960er Jahre mehrere Tausend solcher Bürgerinitiativen entstanden, die viel erreicht haben. Manche von ihnen haben sich nach einiger Zeit auch wieder aufgelöst.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
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