Bürgerkrieg ist die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen
Bürgern eines Staates. Dabei überfällt nicht ein Staat einen anderen Staat, sondern zwei oder mehrere Gruppen in einem Staat bekämpfen sich untereinander. Oft werden Bürgerkriege geführt, um
politische oder
gesellschaftliche Verhältnisse gewaltsam zu verändern. Manchmal will auch eine Gruppe im Staat die
Regierung stürzen und die Macht an sich reißen oder ein Teil der
Bevölkerung will sich vom Gesamtstaat abspalten. So haben – um ein bekanntes geschichtliches Beispiel zu nennen – die Südstaaten den
Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-
1865) ausgelöst: Sie gründeten einen eigenen Staat, es kam zum
Krieg, in dem weit mehr als 500.000 Menschen starben. Die
Armee der Südstaaten verlor diesen Bürgerkrieg, die Einheit der USA wurde wiederhergestellt. Auch in
Europa gab es verheerende Bürgerkriege, in denen viele tausend Menschen starben. Nach der
russischen Oktoberrevolution 1917 kam es in Russland zu einem jahrelangen Bürgerkrieg. In
Spanien brach 1936 ein Bürgerkrieg aus, der drei Jahre dauerte. Eines der jüngsten Beispiele: Im ehemaligen Jugoslawien bekämpften sich nach dem Zerfall des alten jugoslawischen
Bundesstaates im Bürgerkrieg in den 1990er Jahren unterschiedliche Volksgruppen, die bis dahin friedlich nebeneinander in ihrem Staat gelebt hatten.
Nach dem
Völkerrecht gilt ein Bürgerkrieg nicht als "Krieg", sondern als innere Angelegenheit eines Staates. Daher entstehen immer wieder Diskussionen, ob sich
ausländische Staaten in Bürgerkriege einmischen dürfen und sollten, um den bedrohten Menschen zu helfen.