Dieses Wort stammt aus dem Lateinischen. Es bezeichnet eine
politische Lehre, eine Theorie oder ein Grundsatzprogramm. Politiker oder eine
Partei können eine solche Doktrin vertreten, die als feste Richtlinie für eine bestimmte Politik dient. So kann es zum Beispiel eine Doktrin geben, die vorgibt, wie die Beziehungen zwischen verschiedenen
Staaten und
Regierungen gestaltet werden. In Deutschland gab es beispielsweise in den Jahren 1955 bis 1969 die sogenannte Hallstein-
Doktrin. Diese Staatsdoktrin – benannt nach dem ehemaligen
Staatssekretär im Außenministerium Walter Hallstein – galt für die deutsche
Außenpolitik. Sie besagte, dass die
Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen zu allen Staaten verweigerte, die die
DDR anerkannten. (Eine Ausnahme war die damalige UdSSR). Die Bundesrepublik wollte damit deutlich machen, dass sie alleine das gesamte deutsche
Volk vertrat. Die "Truman-
Doktrin" (benannt nach einem
Präsidenten der
USA) oder die "Breschnew-
Doktrin" (benannt nach einem Generalsekretär der
Kommunistischen Partei der
Sowjetunion) waren weitere Grundsätze, die die internationalen Beziehungen nach dem
Zweiten Weltkrieg stark beeinflusst haben.
Wenn eine Theorie, eine Lehrmeinung oder eine Person als "doktrinär" bezeichnet wird, dann ist das nicht immer positiv gemeint. Es kann auch heißen, dass sie oder er engstirnig oder einseitig ist. Es gibt auch das Wort "indoktrinieren" -
jemandem die eigene Meinung aufzwingen.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Wenn du noch Fragen zu
diesem Lexikon-
Eintrag hast, kannst du sie hier stellen. Schreib deine Frage bitte in einen Satz. Stichworte reichen nicht aus.
Bevor du eine Frage stellst, lies auf jeden Fall
den Beitrag oben. Oft steht da schon die Antwort auf deine Frage.
Schau auch erst nach, ob jemand anders nicht schon deine Frage gestellt hat und wir sie beantwortet haben.
Wir bemühen uns, die Fragen möglichst rasch zu bearbeiten. Manchmal aber müssen wir etwas länger überlegen, wie wir am besten antworten und das dauert dann etwas länger ;)