Bei manchen Verbrechen kümmern sich
Polizei-
oder Kriminalbeamte um die
Aufklärung, ohne sich dabei aber zu erkennen zu geben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Chancen, Täter zu erkennen und zu
verhaften, dann sehr viel besser sind. Das betrifft etwa den Drogenhandel oder den illegalen Waffenhandel, aber auch im
Zoll-
und Finanzbereich werden verdeckte Ermittler/innen eingesetzt.
Was bedeutet das, verdeckt zu ermitteln?
Für die Dauer der Ermittlungen darf auf keinen Fall bekannt werden, was die Aufgabe der
Beamten ist. Sie erhalten eine falsche Identität, bekommen einen anderen Namen und einen erfundenen Lebenslauf. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sie in den Verbrecherkreisen, in denen sie arbeiten, auffallen und enttarnt werden können. Die Aufgabe der Beamten ist es herauszufinden, wer die Kriminellen sind, wie sie ihre Verbrechen organisieren und mit wem sie zusammenarbeiten. Sie wollen herausbekommen, welche Methoden die Kriminellen einsetzen, um ihre Verbrechen zu begehen oder ihre Taten zu verschleiern. Denkbar ist zum Beispiel, dass sich ein verdeckter Ermittler als Drogenhändler ausgibt und so Zugang zu den entsprechenden Kreisen findet.
Wichtig ist, dass die Verbrecher nicht wissen, dass die Polizei ihnen auf der Spur ist. Sonst wäre es in manchen Fällen nicht möglich, den Verbrechern ihre Untaten nachzuweisen.
Die verdeckten Ermittler dürfen sich selbst nicht an Straftaten beteiligen. Daher müssen sie bei ihren Ermittlungen darauf achten, keine Beweise auf ungesetzliche Art und Weise zu erbringen, weil diese später bei einem
Strafprozess nicht verwendet werden können.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid