Alle
Staaten der EU, die an der
Europäischen Währungsunion teilnehmen und den Euro als Zahlungsmittel eingeführt haben, haben gemeinsam eine zentrale
Bank. Diese Europäische Zentralbank, kurz EZB genannt, wurde 1998 gegründet und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist unabhängig. Keine
Regierung darf ihr Weisungen geben oder Vorschriften machen. Die wichtigste Aufgabe der EZB ist es, dafür zu sorgen, dass der Euro seinen Wert behält, also stabil bleibt. Die Ausgabe der Euro-
Banknoten gehört ebenfalls zu den Aufgaben der EZB. Und die Anzahl der Euro-
Münzen, die ein Staat ausgibt, muss ebenfalls von der EZB genehmigt werden. Die EZB darf keiner Regierung in der EU
Kredite oder irgendwelche Vergünstigungen gewähren.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Hallo liebes Team,
Wie finanziert sich die EZB eigentlich? Kriegt die Geld oder Kapital von den Zentralbanken der Migliederstaaten wie Deutschland oder Polen?
Antwort der Redaktion:
Hallo Alfi, das Kapital der EZB stammt von den nationalen Zentralbanken der EU-
Mitgliedsstaaten. Wer wie viel zahlen muss, hängt von der Bevölkerungszahl und dem
Bruttoinlandsprodukt der Länder ab.
Hier findest du eine Tabelle, in der die Beiträge aller nationalen Zentralbanken aufgeführt sind.
Was macht die EZB denn direkt? Kredite vergeben? Wenn ja, wann vergibt sie die und an wen?
Antwort der Redaktion:
Hallo Joana, das oberste Ziel der EZB ist es, das Preisniveau stabil zu halten, also eine zu starke
Inflation zu verhindern. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, eine
Rezession zu verhindern. Beides macht sie, indem sie die Preisentwicklung und die
Konjunktur ständig beobachtet und eingreift, wenn es nötig ist. Und das läuft dann so: Die EZB kann nur die Zinsen zwischen ihr und den
Geschäftsbanken beeinflussen. Die wirken sich aber auch auf den Rest der Wirtschaft aus, weil die Banken -
wenn sie höhere Zinsen an die EZB zahlen müssen -
diese an ihre Kunden weitergeben. Die
Kredite werden also auch für deren Kunden teurer.
Steigt die Inflation stark an, erhöht die EZB also den Leitzins. Dadurch werden Kredite teurer und in der Regel werden dadurch weniger Kredite aufgenommen. Die Geldmenge sinkt also und der Inflation wird so entgegengewirkt.
In einer schlechten
wirtschaftlichen Situation (Rezession) senkt die EZB hingegen den Leitzins und bringt so mehr Geld in Umlauf. Das ganze nennt man übrigens Offenmarktgeschäfte.
Wenn dir das jetzt zu schnell ging oder du doch mehr über die Arbeit von Zentralbanken erfahren möchtest, empfehlen wir dir
diesen Text der
Bundeszentrale für politische Bildung.
Hallöchen.
Habe gestern in meinem Schulbuch etwas von Leitzinsen gelesen? Was sind das für Zinsen? Welche Arten gibt es davon?
Antwort der Redaktion:
Hallo Anke, die Leitzinsen geben an, zu welchen Konditionen die Banken
Kredite bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aufnehmen können. Die Leitzinsen dienen vor allem als Mittel zur Bekämpfung der
Inflation. Weitere Infos zu den Leitzinsen findest du auf der Internetseite der EZB. http://www.ecb.int/home/html/index.en.html