"Eurobonds" oder auch "EU-
Anleihe" oder "Euro-
Staatsanleihe" ist eine Wortschöpfung für Geldanleihen, die es (noch) gar nicht gibt. Derzeit haben manche Länder der Eurozone, also die Länder, die als
Währung den Euro haben, riesige
Schulden. Deshalb können sie nur Geld leihen, wenn sie sehr hohe
Zinsen dafür zahlen. Banken, Versicherungsgesellschaften und andere Geldgeber trauen sehr hoch verschuldeten Ländern nur beschränkt zu, dass sie das geliehene Geld pünktlich und vollständig zurückzahlen. Dieses Risiko lassen sie sich mit höheren Zinsen bezahlen. Dadurch werden die finanziellen Probleme dieser Länder aber immer größer. Das trifft zum Beispiel auf
Griechenland oder
Italien zu.
Die
Bundesrepublik Deutschland gehört zu den Ländern der Eurozone, die weniger verschuldet sind als andere Länder. Wenn sie Anleihen aufnimmt, muss sie deshalb wegen des geringeren Risikos weniger Zinsen zahlen.
Die Idee der Eurobonds ist nun, dass die Länder der Eurozone gemeinsam
Staatsanleihen ausgeben, das heißt gemeinsam Geld leihen. Für die weniger verschuldeten Länder hieße das allerdings, dass sie mehr Zinsen zahlen müssten als bei eigenen Staatsanleihen. Das über die Eurobonds geliehene Geld würde dann unter den Ländern aufgeteilt und alle gemeinsam würden auch die Zinsen bezahlen. Dann müssten die hoch verschuldeten Länder weniger Zinsen zahlen, Deutschland aber mehr als es bei eigenen nationalen Staatsleihen der Fall wäre.
Die Gegner solcher Eurobonds halten das für ungerecht. Sie meinen, die besser gestellten Länder der Eurozone würden durch solche Eurobonds für die Schulden der stärker verschuldeten Länder mit bezahlen. Und diese würden sich dann noch weniger anstrengen, ihre Staatschulden in den Griff zu bekommen, weil sie ja den anderen Ländern einen Teil ihrer Schulden aufbürden könnten.
Die Befürworter meinen dagegen, dass es gut wäre, wenn mit Eurobonds in der Eurozone ein einheitliches Zinsniveau erreicht würde. Die Geldverleiher und Spekulanten hätten dann keine Möglichkeit mehr, die Euro-
Länder mit unterschiedlichen Zinsforderungen unter Druck zu setzen und von der Schwäche einzelner Länder zu profitieren. Weniger Spekulation wiederum würde den Euro insgesamt stabiler machen, was letztlich auch für die reicheren Euroländer ein Vorteil wäre.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid