Foltern bedeutet, einen Menschen mit Absicht so lange zu quälen, bis er Informationen preisgibt oder ein Geständnis über eine Tat ablegt, die er tatsächlich begangen hat oder von der man annimmt, dass er sie begangen hat.
In
Deutschland war das Foltern im späten Mittelalter erlaubt, um aus Verdächtigen die vermeintliche Wahrheit herauszupressen. Unter den grausamen Qualen durch Feuer, durch Daumenschrauben, auf der Streckbank und durch viele andere unmenschliche Methoden und Foltergeräte gestanden die Gefangenen meist alles, was die Folterknechte von ihnen wissen wollten. Auch noch bei den sogenannten Hexenprozessen im 16. und 17. Jahrhundert wurden diese furchtbaren Verhörmethoden eingesetzt. Heute ist der Einsatz von Folter in der Menschenrechtserklärung der
Vereinten Nationen (Artikel 5) und in der
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verboten. Auch in Deutschland ist Foltern ausdrücklich verboten.
Ein irakischer Mann zeigt die Wunden, die ihm durch Folter zugefügt wurden.
© Privat
Trotz aller Verbote werden auf der ganzen Welt aber immer wieder
Gefangene auf grausame Weise gequält. Dies zeigt, dass ein
Gesetz alleine nicht ausreicht, um Folter abzuschaffen. Jeder Einzelne ist dazu aufgerufen, auf die Einhaltung der
Menschenrechte zu achten und Verletzungen der Menschenrechte anzuprangern, auch wenn sie am anderen Ende der Welt geschehen.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Wenn du noch Fragen zu
diesem Lexikon-
Eintrag hast, kannst du sie hier stellen. Schreib deine Frage bitte in einen Satz. Stichworte reichen nicht aus.
Bevor du eine Frage stellst, lies auf jeden Fall
den Beitrag oben. Oft steht da schon die Antwort auf deine Frage.
Schau auch erst nach, ob jemand anders nicht schon deine Frage gestellt hat und wir sie beantwortet haben.
Wir bemühen uns, die Fragen möglichst rasch zu bearbeiten. Manchmal aber müssen wir etwas länger überlegen, wie wir am besten antworten und das dauert dann etwas länger ;)