Dieses Wort meint leider nicht, dass man schmutzig gewordene Geldscheine und Münzen in eine Geld-
Waschmaschine steckt und sie kommen sauber wie neu wieder heraus. So ähnlich funktioniert es allerdings doch, nur indirekter. Illegales Geld, etwa durch
Drogen-
oder Waffenhandel verdient, ist im Sprachgebrauch „schmutziges Geld“. Meist handelt es sich dabei um größere Beträge, Hunderttausende oder Millionen von Euro. Würde man mit so einer hohen Summe bei einer Bank ein
Konto eröffnen wollen, würde das
Geldinstitut wissen wollen, woher das Geld stammt. Daher muss es „gewaschen“ werden, das heißt, es muss irgendwie nachgewiesen werden, dass es normal und nicht durch kriminelles Handeln verdient wurde. Dafür kennen Kriminelle viele Wege. Einer soll gezeigt werden: In einem z. B. für Touristen attraktiven Land, wo die
Gesetze nicht ganz so streng sind, kauft jemand über Mittelsleute mit schmutzigem Geld ein heruntergekommenes Hotel. Der Hotelbesitzer kann das Geld bei einer Bank einzahlen, denn er hat einen offiziellen Kaufvertrag, worin die Kaufsumme steht. Nun wird weiteres illegales Geld in die Renovierung des Hotels gesteckt und später viel teurer verkauft. Das ursprünglich mit Straftaten eingenommene Geld ist durch diesen Verkauf, nachgewiesen durch entsprechende
Verträge, jetzt „sauber“ geworden.
Aber Vorsicht: In
Deutschland wird der Geldverkehr streng kontrolliert. Die Banken sind verpflichtet, beim geringsten Verdacht auf Geldwäsche die
Polizei zu unterrichten.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid