Anderen Menschen
Gewalt anzutun ist, wie ihr wisst, verboten. Man darf nicht einfach mit brutalen Mitteln seinen Willen durchsetzen und andere schädigen. Wenn man vom Gewaltmonopol des
Staates spricht, meint man damit, dass nur der Staat Gewalt anwenden darf. Das kann mit oder ohne Waffen geschehen. Der Staat muss Recht und
Gesetz, wenn sie bedroht sind, schützen. Allerdings muss er selbst dabei die Gesetze achten. Dieses Gewaltmonopol übt die
Polizei aus, zum Beispiel um einen bewaffneten Bankräuber zu stoppen oder um
Terrorakte zu verhindern. Im Kriegsfall gelten besondere Gesetze, auf deren Grundlage das
Militär Gewalt ausüben darf. Die
Bürger dürfen nur in Ausnahmefällen Gewalt anwenden: wenn sie bedroht werden und in
Notwehr handeln. Notwehr bedeutet, dass man keine andere Möglichkeit hatte sich zu verteidigen, und deshalb ist sie nicht strafbar. Ob aber tatsächlich eine Handlung als Notwehr zu beurteilen ist oder ob es sich nur um eine Schutzbehauptung handelt, um eine Gewalttat zu vertuschen, wird von einem
Gericht im Ernstfall sehr genau geprüft.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Was wird eigentlich durch das Gewaltmonopol des Staates verhindert?
Antwort der Redaktion:
Hallo Janine, dadurch, dass der
Staat das Gewaltmonopol hat, ist sichergestellt, dass nicht jeder nach eigenem Gutdünken herumballert und das Recht des Stärkeren herrscht. Nur der Staat kann zur Durchsetzung des Rechts
Gewalt anwenden -
nach genau festgelegten Regeln.