Dieser Begriff geht auf das lateinische Wort „communis“ zurück, was „gemeinsam“ bedeutet. Der Kommunismus hat eine bestimmte Vorstellung von einer idealen menschlichen
Gesellschaft: Allen Menschen sollen gemeinsam die Produktionsmittel gehören, die für den Lebensunterhalt notwendig sind. Das sind zum Beispiel Geräte und Maschinen, das Land, auf dem angepflanzt wird, die Tiere, von denen die Menschen leben, die Häuser, in denen sie wohnen. Nach dieser Vorstellung, die es schon im Altertum gab, sollen alle Dinge, die gemeinsam hergestellt werden, auch gerecht verteilt werden.
Als
politische Lehrmeinung entstand der Kommunismus im 19. Jahrhundert, als die
Industrialisierung begann. Immer mehr Menschen mussten damals in den Fabriken für wenig
Lohn arbeiten. Diejenigen, denen die Maschinen und Fabriken gehörten (die sogenannten „
Kapitalisten“), wurden immer reicher, ohne aber die Arbeiter an diesem Wohlstand teilhaben zu lassen.
Karl Marx und Friedrich Engels. Die Bronzefigurengruppe wurde 1986 in Ostberlin nahe dem damaligen Parlament der DDR errichtet.
© picture-alliance/ Berliner_Zeitung
Karl Marx (1818-
1883) machte sich Gedanken darüber, wie man die
Wirtschaft und den technischen Fortschritt gerecht gestalten könnte. In seinem Buch „Das kommunistische
Manifest“, das Karl Marx gemeinsam mit Friedrich Engels geschrieben hat, forderte er das Ende der „Ausbeutung des Menschen
durch den Menschen“. Das Privateigentum sollte abgeschafft werden. Der technische Fortschritt sollte allen und nicht nur einigen wenigen zugutekommen. Auf diese Weise würde über kurz oder lang eine klassenlose Gesellschaft entstehen, in der alle Menschen
gleichberechtigt wären. Keine bestimmte Gruppe in der Gesellschaft würde bevorzugt. Die Lehre von Marx wurde „Marxismus“ genannt.
Der Kommunismus im 20. JahrhundertDieser Grundgedanke wurde von anderen Denkern (zum Beispiel Wladimir Iljitsch Lenin) weiterentwickelt und im 20. Jahrhundert Grundlage verschiedener politischer Herrschaftsformen. Nach der sogenannten
russischen Oktoberrevolution im Jahr 1917, in der Lenin eine führende Rolle spielte, entstand in der
Sowjetunion eine Staats-
und Gesellschaftsordnung, die als Endziel eine kommunistische Gesellschaft anstrebte. Auf dem Weg zu einer solchen Gesellschaft sollte als Vorstufe der
Sozialismus verwirklicht werden. Neben der Sowjetunion gab es noch viele andere Länder, die auf unterschiedliche Weise versucht haben, den Kommunismus zu verwirklichen.
Mit dem Ende der Sowjetunion (1991) als der größten Macht des Kommunismus ist diese Bewegung weitgehend zum Stillstand gekommen oder ganz verschwunden. Als Lehre wird der Kommunismus heute kaum noch verbreitet.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
ist russland ein kommunistischer staat?wenn ja sind dort auch die politiker kommunsten also die ganze bevölkerung?
Antwort der Redaktion:
Hallo Pelin,
Russland war früher ein Teil der
Sowjetunion (das nannte man auch UdSSR). Die Sowjetunion (1922-
1991) war ein kommunistischer Staat mit kommunistischen Politikern. Ein Teil der
Bevölkerung war sicherlich von der kommunistischen Staatsform auch überzeugt. 1991 wurde die Sowjetunion wegen
wirtschaftlicher, sozialer und
politischer Krisen aufgelöst und die vielen
Staaten der Sowjetischen Union wurden wieder zu eigenständigen Staaten: Russland, Weissrussland,
Litauen,
Estland, Armenien,
Georgien, Moldawien etc. Schau einmal auf einer Karte nach, welche Staaten noch dazu gehörten. Es gibt heute in Russland noch eine kommunistische
Partei. 2003 erreichte sie bei den
Wahlen nur 12,6 %.
In welchen Ländern war der Kommunismus stark verbreitet?
Antwort der Redaktion:
Da oben steht nicht so viel über Friedrich Engels. Könnt ihr mir mehr über ihn erzählen?
Antwort der Redaktion:
Hallo Celine, einiges zu Karl Marx und Friedrich Engels findest du ja bereits oben im Text. Eine kurze Biographie von Engels findest du
hier auf den Seiten des Deutschen Historischen Museums.
Was ist Kommunismus und woher kam 1949 in Amerika die Angst davor? (Stichwort: Josepf McCarthy)
Antwort der Redaktion:
Hallo Nabil, nach dem
zweiten Weltkrieg war ein westliches Lager unter Führung der
USA und ein östliches unter Führung der
Sowjetunion entstanden. Und diese beiden Lager hatten sehr gegensätzliche Vorstellungen davon, wie die
Gesellschaft und die
Wirtschaft organisiert werden sollten. Unter den Begriffen
Kapitalismus und Kommunismus kannst du hier im Lexikon mehr dazu lesen. Durch diese unterschiedlichen Vorstellung kam es zu sehr starken Spannungen zwischen den Lagern. McCarthy versuchte, die weitere weltweite Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern. Mehrmals wäre es auch fast zu Kriegshandlungen gekommen. Erste Informationen findest du auch hier im Lexikon unter dem Begriff "
Kalter Krieg" oder in deinem Geschichtsbuch.
Worin genau liegt der Unterschied von Marxismus und Kommunismus?
Antwort der Redaktion:
Hallo Caro, der Kommunismus ist eine
Ideologie, deren Bezeichnung dann auch von ihren Anhängern als Begriff für eine Staats-
und
Gesellschaftsform verwendet wird. Marxismus ist eine Sammelbezeichnung für die von Karl Marx entwickelte Wirtschafts-
und Gesellschaftstheorie. Allerdings gab es auch schon vor Karl Marx Denker, die für den Kommunismus wichtige Ideen entwickelten, wie zum Beispiel Georg Wilhelm Friedrich Hegel.
Wenn du noch Fragen zu
diesem Lexikon-
Eintrag hast, kannst du sie hier stellen. Schreib deine Frage bitte in einen Satz. Stichworte reichen nicht aus.
Bevor du eine Frage stellst, lies auf jeden Fall
den Beitrag oben. Oft steht da schon die Antwort auf deine Frage.
Schau auch erst nach, ob jemand anders nicht schon deine Frage gestellt hat und wir sie beantwortet haben.
Wir bemühen uns, die Fragen möglichst rasch zu bearbeiten. Manchmal aber müssen wir etwas länger überlegen, wie wir am besten antworten und das dauert dann etwas länger ;)