Der Mindestlohn ist die Untergrenze eines Lohns, der nicht unterschritten werden darf, damit die Lebensgrundlage der Arbeiter und Arbeiterinnen gesichert ist. Die Höhe des Mindestlohns wird entweder durch den
Staat oder durch einen Gesamtarbeitsvertrag (zum Beispiel für die gesamte Metallindustrie) festgelegt. In vielen Ländern der
Europäischen Union (beispielsweise in
Frankreich,
Spanien und
Belgien) gibt es einen
gesetzlich festgelegten Mindestlohn, der aber von Land zu Land unterschiedlich ist, weil in den einzelnen Ländern die Kosten für die Lebenshaltung nicht gleich sind. In
Deutschland gibt es keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn, der für alle Berufe gilt. Für einige Berufe wurden allerdings Mindestlöhne eingeführt, damit keine Arbeitsplätze durch sogenanntes Lohndumping (besonders niedrige Löhne) verloren gehen. Das gilt derzeit zum Beispiel für die Bauindustrie, die Gebäudereinigung, für Pflegedienste und für Briefboten. Grundlage für diese Regelungen ist das "Arbeitnehmer-
Entsendegesetz". In diesem Gesetz steht auch, dass Mindestlöhne auch für
Ausländer gelten, wenn sie in Deutschland arbeiten.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Warum haben nicht alle Berufe in Deutschland einen Mindestlohn?
Antwort der Redaktion:
Hallo Lukas, bisher gibt es in
Deutschland keinen Mindestlohn, weil es dafür im Moment keine
politische Mehrheit gibt. Für die Einführung eines
gesetzlich festgelegen Mindestlohn sind die
Parteien Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und SPD. Im Moment haben aber CDU/CSU und FDP die Mehrheit im
Bundestag und die sind dagegen.
Interessierst du dich auch für die Argumente für beziehungsweise gegen die Einführung eines Mindestlohns?
Befürworter fordern Mindestlöhne mit dem Argument, dass es nicht sein kann, dass Menschen, die hart und viel arbeiten, nicht genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bezahlen und daher zusätzlich Unterstützung vom
Staat benötigen. Sie wollen, dass Arbeit fair bezahlt wird und in Deutschland niemand mehr ausgebeutet werden kann.
Gegner argumentieren, dass mit dem Mindestlohn die Kosten für die Arbeitgeber steigen würden. Das hätte zur Folge, dass Arbeitsplätze abgebaut werden, weil manche Arbeitgeber das nicht mehr bezahlen können. Außerdem -
sagen sie -
gibt es Arbeitsstellen, die wahrscheinlich gar nicht mehr besetzt werden könnten, weil niemand einen
Lohn in Höhe des Mindestlohnes bezahlen würde. Außerdem würde die Festlegung eines Mindestlohnes gegen das Prinzip verstoßen, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Höhe des Lohnes aushandeln.