Den
politischen und teilweise
militärischen Konflikt im Nahen Osten zwischen Israel und den arabischen
Staaten, besonders zwischen Israel und den Palästinensern, bezeichnet man als "Nahostkonflikt". Um die Ursachen dieses Konfliktes verstehen zu können, ist es notwendig, die geschichtlichen Hintergründe zu kennen:
Im Jahre 70 unserer Zeitrechnung, also vor bald 2000 Jahren, wurde der Staat der Juden in Palästina von den Römern zerstört. Seine Bewohner wurden in viele Teile der Welt zerstreut (
Diaspora). Jahrhunderte lang wurden die Juden in sehr vielen Ländern, in
denen sie lebten, als Außenseiter angesehen und häufig auch verfolgt. Daher wuchs in ihnen der Wunsch, wieder einen eigenen Staat in ihrem ursprünglichen Heimatland zu errichten. Die Bewohner Palästinas waren inzwischen jedoch nur noch wenige Juden, sondern in der Mehrzahl
Moslems, ein Teil von ihnen auch
Christen. Sie sprachen arabisch, fühlten sich zur arabischen Welt zugehörig. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr
jüdische Einwanderer nach Palästina kamen, wurde der Keim für den heutigen Nahostkonflikt gelegt.
Großbritannien hatte nach dem
Ersten Weltkrieg vom damaligen Völkerbund das
Mandat, also den Auftrag erhalten, Palästina zu verwalten. Es genehmigte die Einwanderungen. Vor allem während des
Holocaust flohen viele Juden vor dem
nationalsozialistischen Terror nach Palästina. Als 1948 die britische Mandatszeit endete, wurde gegen den Willen der Palästinenser und der anderen arabischen Staaten der Staat Israel ausgerufen.
Der Konflikt seit 1948Es kam zu fünf israelisch-
arabischen
Kriegen. Der Nahe Osten wurde zu einem internationalen Krisenherd. Viele Araber flohen aus Palästina, viele leben bis heute in Flüchtlingslagern. 1964 wurde die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) gegründet. Sie fordert seitdem die Errichtung eines eigenen Staates für die Palästinenser, den es aber bis heute nicht gibt. Mit einer Vielzahl von Verhandlungen und Verträgen zwischen Israel und den angrenzenden arabischen Staaten wurde versucht, die Spannungen im Nahen Osten zu mindern. 1994 und 1995 schlossen Israel und die PLO
Abkommen über eine Teilselbstständigkeit der Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen. Diese Abkommen stießen allerdings sowohl in Israel als auch in der palästinensischen
Bevölkerung auf großen
Widerstand. Er äußert sich nicht selten in gewaltsamen Anschlägen (Terror) auf Seiten der Palästinenser und militärischen Reaktionen der israelischen Streitkräfte. Immer wieder ist davon auch die
Zivilbevölkerung betroffen. Bis heute wird – auch mit internationaler Beteiligung – um eine Lösung des Nahostkonflikts gerungen. Im Kern geht es um folgendes Problem: Die Palästinenser fordern einen eigenen Staat, die Israelis fordern die Anerkennung des Staates Israel. Gibt es eine Lösung, so dass alle Menschen in dieser Region in
Frieden leben können? Und wie könnte diese Lösung aussehen?
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
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