Was Wachstum ist, ist klar: Etwas dehnt sich aus, wird größer. Das kann ein Lebewesen sein, ein Mensch oder Tier, oder eine Pflanze, zum Beispiel ein Baum. Es kann auch das
Konto sein, das wächst, oder die
Wirtschaft des
Staates, die jährlich um so und soviel Prozent wächst, weil mehr verdient und mehr verkauft wurde. Es ist aber auch möglich, dass die Einnahmen des Staates nicht wachsen, dass die Gewinne der Unternehmen weniger werden als im Jahr davor. Dann ist die Wirtschaft nicht gewachsen, sondern geschrumpft. Sie nimmt ab. Das ist das Gegenteil von Wachstum. Und wenn man das nicht so genau zugeben oder benennen will, erfindet man das Kunstwort "Negativwachstum", das ja eigentlich ein Widerspruch in sich selbst ist.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid