Wenn es im Fußball um die Frage geht, ob ein Ball im Tor ist oder ob der Spieler im Abseits stand, muss der Schiedsrichter objektiv und unparteiisch entscheiden. Er darf nicht für eine Mannschaft
Partei ergreifen, er muss also "neutral" sein. Das Wort kommt aus dem Lateinischen "ne uter" und bedeutet "keiner von beiden", "die unparteiische Haltung", "Nichteinmischung".
Auch im Alltagsleben nehmen Menschen oftmals eine neutrale Haltung ein: Sie halten sich beim Streit zwischen Schulkameraden oder Nachbarn heraus, sie beziehen keine Stellung.
Im
Völkerrecht, das die Beziehungen zwischen den
Staaten regelt, gibt es auch den Begriff der Neutralität. Dort steht, dass sich ein neutraler Staat nicht an einem
Krieg oder einem sonstigen
Konflikt zwischen anderen Staaten beteiligen darf. Die Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 haben genauer definiert, welches Verhalten von neutralen Staaten erwartet wird. Danach darf ein neutraler Staat kriegführende Länder weder
militärisch noch
politisch oder
wirtschaftlich unterstützen. Wichtig ist, dass sich neutrale Staaten ganz genau an diese Verpflichtung halten, sonst laufen sie Gefahr, dass die anderen Staaten ihre Neutralität nicht anerkennen und sie in einen Krieg verwickeln.
Neutrale Staaten bieten oftmals an, in einem Konflikt zwischen verschiedenen Staaten zu vermitteln. Sie können dann durch ihre unparteiische Politik dazu beitragen, Krisen beizulegen. Die neutralen Staaten werden von den Konfliktparteien nicht als Gegner oder Bedrohung angesehen. Das ist ein Vorteil für die Verhandlungen.
Zu unterscheiden ist zwischen andauernder Neutralität (ein Beispiel ist die
Schweiz) und Neutralität in einer bestimmten Situation. So waren die
USA zu Beginn der beiden
Weltkriege des 20. Jahrhunderts neutral. Später unterstützten sie die Westmächte
Großbritannien und
Frankreich.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid