Die meisten reichen
Industriestaaten liegen auf der nördlichen Halbkugel, die ärmeren
Entwicklungsländer Afrikas, Asiens und Lateinamerikas befinden sich überwiegend im südlichen Teil unserer Erde. Mit "Nord-
Süd-
Konflikt" sind die Probleme gemeint, die sich aus den Unterschieden zwischen den reichen und den armen
Staaten ergeben. Man spricht dabei häufig von "Nord-
Süd-
Gefälle". Dieses Gefälle ist vor allem mit dem Ende des
Kolonialismus entstanden: Nach dem
Zweiten Weltkrieg haben sich die einstigen Kolonialmächte aus den von ihnen verwalteten und teilweise ausgebeuteten Ländern zurückgezogen. Zurück blieb meist große
Armut, denn es gab kaum Industrie,
Wirtschaft und Handel. Die Probleme wurden noch vermehrt durch stark wachsende Bevölkerungszahlen (man spricht auch von "
Bevölkerungsexplosion"). Hinzu kam, dass die Bodenschätze und andere Naturreichtümer der armen Länder wie Erdöl, Eisenerze oder Kupfer, aber auch das Holz der Regenwälder von internationalen Konzernen gekauft und weiter verarbeitet wurden, ohne dass dafür faire Preise gezahlt wurden. Diese Probleme sind bis heute nicht gelöst.
Seit vielen Jahren versuchen die Entwicklungsländer, auf internationalen Konferenzen zu einer Einigung mit den reichen Industriestaaten zu kommen. Man spricht dabei vom "Nord-
Süd-
Dialog". Um den Nord-
Süd-
Konflikt zu entschärfen, streben die armen Länder gerechte Handelsbeziehungen und eine Weltwirtschaftsordnung an, in der die Gegensätze ausgeglichen werden.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid