Nordirland, auch Ulster genannt, ist der nördliche Teil des Inselstaates Irland. Der Nordirlandkonflikt geht viele Jahrhunderte zurück. England unterwarf im 16. Jahrhundert die gesamte Insel seiner Herrschaft. In der Folgezeit verloren die Iren ihre
politischen und
wirtschaftlichen Selbstbestimmungsrechte. Zudem versuchten die Engländer, den anglikanischen Glauben im katholischen Irland durchzusetzen. Dies führte zu einem erbitterten Glaubensstreit, der bis heute in Nordirland anhält.
Zu Anfang des 20. Jahrhunderts rebellierten die Iren gegen die englische Herrschaft. 1922 wurde der südliche Teil der Insel als
Republik Irland unabhängig. Nordirland, in dem deutlich mehr
Protestanten als Katholiken leben, blieb aber Teil des Vereinigten Königsreiches. Seit den 1960er Jahren kam es in Nordirland zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen
extremistischen protestantischen und katholischen Gruppen. Die bekannteste ist wohl die IRA (Irish Republican Army). Auch das englische
Militär wurde in die Kämpfe hineingezogen. Es gab
Attentate und Straßenkämpfe, viele Menschen haben ihr Leben in diesen Kämpfen verloren. Die katholischen Gruppen forderten eine Vereinigung mit der Republik Irland, die protestantischen Gruppen beharren auf der Zugehörigkeit Nordirlands zu
Großbritannien. Auch wenn die Extremisten sich bis heute als
religiös ausgerichtete Gruppen bezeichnen, so ist es der
Konflikt in erster Linie ein politischer. Erst 1995 gelang es
irischen und englischen Politikern, die verfeindeten Lager zu einem
Friedensschluss zu bewegen. Aber noch immer gibt es kleine Reste
radikaler Gruppen in Nordirland, die mit der Friedensvereinbarung nicht einverstanden sind.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid