Die lateinischen Begriffe "singular" und "plural" kennt ihr sicher aus dem Deutschunterricht. "Singular" bedeutet "Einzahl", also "ich", und "Plural" heißt "Mehrzahl", also "wir". Wir können uns also vorstellen, was man mit "Pluralismus" meint: etwas, das mit vielen Menschen und Dingen zu tun hat. Der Pluralismus spielt in der deutschen Demokratie und allen
demokratischen Staaten eine wichtige Rolle. Er bedeutet, dass man Achtung und Respekt vor allen Menschen hat, die in einem Staat leben, dass man ihre verschiedenen Meinungen, Interessen, Ziele und Hoffnungen anerkennt. Niemand darf anderen seine
politische oder
religiöse Überzeugung aufzwingen. Der Staat akzeptiert, dass sich die Menschen in ganz unterschiedlichen Einrichtungen zusammenschließen. Das können
Parteien, Verbände und
Vereine sein, Kirchen oder
Gewerkschaften oder auch
Bürgerinitiativen.
Grundsätzlich ist eine pluralistische Demokratie offen für viele Ideen und Vorstellungen, auch wenn sie noch so abseitig sind oder nur von wenigen Menschen vertreten werden. Aber: Sie dürfen den demokratischen Staat nicht gefährden.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid