In einer
Demokratie gibt es verschiedene
Parteien, unterschiedliche
Interessengruppen,
Bürgerinitiativen und viele sonstige Organisationen, die Politik machen. Menschen, die in einer Demokratie leben, haben die Möglichkeit, sich zum Beispiel bei
Wahlen zwischen mehreren (oder vielen) Kandidaten und
Kandidatinnen, Parteien oder sonstigen Gruppen zu entscheiden. Sie werden sich überlegen, wer ihre Interessen am besten vertritt. Wenn jemand dann der Meinung ist, dass ein
Bürgermeister oder eine Partei im
Bundestag ihn schlecht vertreten hat, wird er die Ziele und Programme anderer Parteien studieren. Vielleicht trifft er dann bei der nächsten Wahl eine andere Entscheidung und wird jemand anderen wählen. Dieser
Bürger macht also nicht einfach das, was er immer getan hat oder was andere machen, sondern er hat sich genau überlegt, was jetzt für ihn richtig ist. Er hat einen eigenen Willen entwickelt, eine selbstständige Entscheidung getroffen. Und er hat diese Entscheidung mit seinem Wahlzettel anderen mitgeteilt. Man nennt diesen Vorgang „politische Willensbildung“.
Die Parteien haben die Verpflichtung, den
politischen Willen ihrer Wähler ernst zu nehmen und nach Möglichkeit in den
Parlamenten (das kann in der
Gemeinde sein, im
Landesparlament oder im Bundestag) in politische Entscheidungen umzusetzen.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Welche Probleme gibt es bei der politischen Willensbildung?
Antwort der Redaktion:
Hallo Kim, da gibt es eine Menge Dinge, die bei der
politischen Willensbildung Probleme bereiten können. Zum einen werden Menschen von vielen Meinungen beeinflusst, die oft nicht unabhängig und unparteiisch sind. Man muss sich schon intensiver mit Politik beschäftigen, um zu sehen, was wirklich Sache ist und was einem manche Menschen, die
Medien oder
Interessengruppen nur glauben lassen wollen. Auch Parteiprogramme muss man kritisch lesen. Die politische Willensbildung ist erschwert, wenn es nicht genug Informationen gibt und
Parteien zum Beispiel nicht offen legen, was sie vorhaben. Dann kann man sich über sie kaum ein Bild verschaffen. Das vielleicht größte Problem bei der politischen Willensbildung ist aber wahrscheinlich Desinteresse. Menschen, die entweder gar nicht über Politik nachdenken und nicht wählen gehen oder Menschen, die zwar wählen gehen, aber dann für die Partei stimmen, die ihr Partner wählt oder bei denen ihnen Nebensächlichkeiten wie das
Wahlplakat gefallen haben.
Demokratie kann aber nur funktionieren, wenn sich möglichst jeder eine eigene Meinung bildet.