Der lateinische Begriff „proletarius" bedeutet „der untersten Volksschicht angehörend.” Im alten
Rom war das die Schicht der Land-
und Besitzlosen, die für
Lohn arbeiten mussten. In der Industriegesellschaft des 19. Jahrhunderts wurden die Menschen, die nichts als ihre Arbeitskraft besaßen und in den Fabriken für wenig Lohn hart arbeiten mussten, als „Proletarier“ bezeichnet. In dieser Zeit entstand die
politische Lehre des Kommunismus von Karl Marx und Friedrich Engels. Karl Marx forderte das „Ende der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“. Für Marx sollte das Proletariat das
kapitalistische System überwinden und eine
klassenlose Gesellschaft schaffen.
In unserem heutigen Sprachgebrauch kommt der Begriff „Proletariat“ nur noch selten vor. Wohl aber hört man immer wieder die eher als Schimpfwort gemeinte Bezeichnung „Prolet“ oder in der umgangssprachlichen Jugendsprache die Wörter „Proll“ oder "prollig“.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid