Open-Air-Festival "Haltestelle Woodstock" in der polnischen Grenzstadt Kostrzyn im Sommer 2005
© picture-alliance/ dpa/dpaweb
Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Dreck", "Mist". Punkmäßige schrille Kleidung, an der Metallketten hängen, dazu auffallende bunte Frisuren oder einen Irokesenschnitt kennt ihr bestimmt. Manche Leute sind schockiert, wenn sie solche Jugendliche sehen, die Sicherheitsnadeln als Piercing tragen. Und das sollen sie auch, hätten die Erfinder der Punk-
Bewegung gesagt. Das waren Ende der 1970er Jahre vor allem Jugendliche in englischen Städten. Sie waren meist
arbeitslos, hatten wenig Zukunftsaussichten. Mit ihrer Aufmachung verstanden und verstehen sie sich noch heute als Aussteiger aus der bürgerlichen Gesellschaft. Auch ihre Musik, der Punkrock, der den gängigen Pop und die Rockmusik ablehnt, bringt ihren
Widerstand gegen die Gesellschaft zum Ausdruck. Diese Musik ist durch Übersteuerung und Rückkoppelung noch lauter als die Rockmusik, die Texte sind abfällig und bissig.
Ab 1990 entstand neben der zurückgehenden Punk-
Bewegung die Bewegung der Neo-
Punks. Diese Jugendkultur verstand sich weniger als Protestbewegung.Die aufmüpfige Punk-
Mode war mittlerweile von der Modeindustrie entdeckt worden und es wurde schick, ein bisschen "punky" zu sein. Mit dem
politischen Anspruch, die Gesellschaft aufzurütteln und durch unangepasstes Verhalten die
gesellschaftlichen Missstände anzuprangern, hatte der Neopunk nichts mehr zu tun. Dennoch gibt es noch die ursprünglichen Punkgruppen. Die
Rechtsextremisten betrachten Punks als einen ihrer Hauptfeinde.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid