Wenn ich zum
Gericht gehe, um dort mein Recht zu suchen, zum Beispiel weil mich jemand beleidigt, verletzt oder sonst wie geschädigt hat, dann schlage ich den Rechtsweg ein. Das heißt, ich versuche nicht, mein Recht selbst zu finden, indem ich einen Beleidiger verprügele oder mich auf andere Weise räche (das wäre "
Selbstjustiz"). Vielmehr suche ich auf dem vom
Gesetz vorgesehenen Weg mein Recht. Der Rechtsweg, so sagt es unsere
Verfassung, steht jedem offen, der sich in seinen Rechten verletzt sieht oder der seine Rechte durchsetzen will.
Im
Grundgesetz übrigens ist eine sogenannte Rechtswegsgarantie enthalten. Das bedeutet, wenn ein Vertreter der öffentlichen
Gewalt, also etwa ein
Polizist oder ein anderer
Beamter, mich in meinem Rechten verletzt, kann ich vor einem Gericht um Rechtsschutz bitten.
Ihr kennt sicher das Sprichwort "Vom rechten Wege abkommen". Hat das mit dem oben erklärten Wort "Rechtsweg" zu tun?Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Bei Verlosungen oder Quizsendungen im Fernsehen hört man manchmal den Moderator erklären: "Der Rechtsweg ist ausgeschlossen". Was mag das bedeuten?
Antwort der Redaktion:
Hallo Micha, das bedeutet, dass diejenigen, die eine Verlosung machen, nicht über das Ergebnis vor
Gericht streiten wollen. Sie wollen einen davon abhalten, gegen das Ergebnis zu klagen. Man kann das allerdings trotzdem versuchen.