Es gibt eine Reihe von
wirtschaftlichen Aktivitäten, die man in keiner
amtlichen Statistik finden wird. Diese wirtschaftlichen Tätigkeiten fehlen bei der Berechnung des
Bruttosozialproduktes eines Landes, es werden für sie keine
Steuern und keine Abgaben an die
Sozialversicherungen bezahlt. Worum handelt es sich dabei? Wenn wir zum Beispiel dem Nachbarn helfen, sein Haus zu bauen, sein Auto reparieren oder ihm auf andere Weise Nachbarschaftshilfe leisten, dann gehört das zur Schattenwirtschaft. Dazu zählt auch die Hausarbeit oder die Versorgung von Familienangehörigen. Ebenso rechnet man zum Beispiel den Verkauf von alten Sachen auf Flohmärkten dazu und viele
ehrenamtliche Leistungen, bei denen man anderen Menschen hilft. All das wird von der Statistik nicht erfasst, erfolgt "im Schatten", wird von den offiziellen Stellen nicht wahrgenommen. Vieles ist nicht direkt verboten im Gegensatz zur
Schwarzarbeit oder zu kriminellen Handlungen, bei denen viel Geld verdient wird. Insgesamt hat der Umfang der Schattenwirtschaft in
Deutschland in den letzten Jahren zugenommen. Die Hauptgründe dafür sind die
Arbeitslosigkeit und die gestiegenen Kosten für den Lebensunterhalt.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid