Deutschlands
Wirtschaftsordnung ist die Soziale Marktwirtschaft. Sie wurde aus der
Freien Marktwirtschaft entwickelt. Damit keine zu großen sozialen Ungerechtigkeiten entstehen, greift der
Staat durch bestimmte Regeln in die Freie Marktwirtschaft ein. Zum Beispiel gibt es
Gesetze zum Kündigungsschutz, die verbieten, dass ein Arbeitnehmer von einem Tag auf den anderen entlassen wird. Dies ist wichtig, denn eine solche sofortige Kündigung würde dem Arbeitnehmer in der Regel sehr große Probleme bereiten. Andere Gesetze sollen verhindern, dass sich große Firmen zu sogenannten Kartellen zusammenschließen, denn dann könnten diese
Kartelle die Preise ihrer Produkte so absprechen, dass kleinere Betriebe nicht mehr mithalten können und pleitegehen. Auch sorgt der Staat dafür, dass bei gefährlichen Arbeiten die Arbeitnehmer vor zu großen Gesundheits-
oder Sicherheitsrisiken geschützt werden. Kurz, die
Freiheit der Marktwirtschaft wird da eingeschränkt, wo sie unsozial ist, wo sie nur den Starken dient und den weniger Starken schadet. Das Privateigentum wird geschützt, aber wer Eigentum hat, hat auch Verantwortung dafür, wie er damit umgeht. Die Soziale Marktwirtschaft wurde nach dem
Zweiten Weltkrieg von dem Wirtschaftsprofessor Alfred Müller-
Armack und von Ludwig Erhard, dem ersten deutschen Bundeswirtschaftsminister, entwickelt. Ihre Ideen gelten im Wesentlichen bis heute.
Einige Unterschiede zwischen Freier und Sozialer Marktwirtschaft
| Freie Marktwirtschaft | | Soziale Marktwirtschaft |
Der Staat sorgt für die innere und äußere Sicherheit, greift aber nicht in das wirtschaftliche Geschehen ein.
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Der Staat greift in das wirtschaftliche Geschehen ein, um auch soziale Ziele zu erreichen (zum Beispiel Kündigungsschutz, Mutterschutz)
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Privateigentum ist nicht eingeschränkt.
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Privateigentum ist grundsätzlich geschützt. Aber es gilt der Grundsatz: "Eigentum verpflichtet". Es besteht die Möglichkeit, dass - gegen Entschädigung - jemand enteignet werden kann, zum Beispiel wenn die Sicherheit des Staates betroffen ist.
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Die Unternehmen können produzieren, was sie wollen, es herrscht sogenannte Gewerbefreiheit.
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Der Staat greift in die Gewerbefreiheit ein, zum Beispiel wenn die Gefahr besteht, dass von bestimmten Produkten besondere Gefahren ausgehen.
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Jeder kann Verträge schließen, so wie er es möchte. Es herrscht also völlige Vertragsfreiheit.
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Die Vertragsfreiheit ist eingeschränkt: die Rechte von Menschen, die wirtschaftlich schwächer sind, müssen besonders geschützt werden (so gibt es zum Beispiel Gesetze gegen Wucher oder zum Kündigungsschutz).
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Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
wie kann es sein, dass einerseits die freie, andererseits die soziale Marktwirtschaft die wirtschaft in Deutschland ist? ich meine, die soziale Marktwirtschaft entwickelt sich aus der freien Marktwirtschaft. Was haben wir denn nun genau in Deutschland? Ich komm ziemlich durcheinander.
Antwort der Redaktion:
Hallo Lisa =D, die
Wirtschaftsordnung in
Deutschland ist die soziale Marktwirtschaft. Die soziale Marktwirtschaft ist eine bestimmte Form der
freien Marktwirtschaft (wie die aussieht, haben wir auch hier im Lexikon erklärt). Die soziale Marktwirtschaft ist also eine freie Marktwirtschaft mit besonderen -
ergänzenden -
Spielregeln.
Welche vor- und nachteile hat die soziale marktwirtschaft???
Antwort der Redaktion:
Hallo vivien, lies mal den Text oben und unsere Antworten zu den FAQ, da haben wir schon viel zu dieser Frage geschrieben.
was hat die marktwirtschaft für deutschland zu bedeuten ???
Antwort der Redaktion:
Hallo lena, für
Deutschland und seine
Bürger bedeutet die soziale Marktwirtschaft eine größere
Gerechtigkeit und weniger soziale Missstände, als sie in einer
freien Marktwirtschaft vorkommen würden. Der
Staat greift dort in die freie Marktwirtschaft ein, wo das Interesse der Allgemeinheit oder von benachteiligten Gruppen der
Gesellschaft geschützt werden muss. Beispielsweise gibt es in bestimmten Bereichen
Mindestlöhne, die ein Arbeitgeber an seine Arbeitnehmer bezahlen muss, damit diese nicht ausgebeutet werden. Ganz genau kannst du das
hiernachlesen.
Wer waren Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack genau?
Antwort der Redaktion:
Hallo Kira, Ludwig Erhard war ein deutscher
Politiker und Alfred Müller-
Armack war ein Nationalökonom und Kultursoziologe. Er entwickelte die Idee und den Begriff der "sozialen
Marktwirtschaft". Als
Wirtschaftsminister berief Erhard Müller-
Armack 1952 zum Leiter der Abteilung für Wirtschaftspolitik im Bundeswirtschaftsministerium.
Hier und
hier findest du Informationen zu diesen beiden Personen. Wir empfehlen dir auch, die Seite der
Bundeszentrale für politische Bildung aufzusuchen: www.bpb.de Dort gibt es viel Infomaterial, das man bestellen kann, das zum Teil aber auch ins Netz gestellt ist.
Hallo, mich würden die Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft interessieren.
Antwort der Redaktion:
Hallo Andre, oben im Text haben wir due Grundprinzipien der sozialen
Marktwirtschaft ausführlich beschrieben. Lies dir das doch mal in Ruhe durch, wenn du dann noch eine Frage hast, kannst du sie uns gerne stellen.
können sie mir bitte dringend ein paar vor und nachteile der sozialen marktwirtschaft nennen?
Antwort der Redaktion:
Hallo thomas, wir können hier keine Hausaufgaben machen, können aber für deine eigenen Überlegungen einige Stichworte geben. Zu den Vorteilen: überleg doch mal, was es für Arbeiter und Angestellte bedeutet, dass es nicht möglich ist, sie einfach zu kündigen, sondern welche Bedeutung für sie und ihre Familien der Kündigungsschutz hat. Was hat es auch für Vorteile für eine
Gesellschaft, wenn die Menschen soziale Rechte haben? Wie wirkt es sich aus, wenn es Arbeitsschutzmaßnahmen gibt, wenn die Menschen im Krankheitsfall nicht einfach entlassen werden können? Auf der anderen Seite: was bedeutet es für Arbeitgeber, dass es die Regelungen zum Kündigungsschutz gibt? Was bedeutet es für die Lohnnehmenkosten, dass die Sozialversicherungsbeiträge teils von den Arbeitnehmern und teils von den Arbeitgebern bezahlt werden müssen?
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